Es ist offiziell. Georg Dornauer, der einstige starke Mann der Tiroler SPÖ, ist endgültig aus der Partei ausgeschlossen worden. Das Parteischiedsgericht hat am Montag in Innsbruck ein klares Urteil gefällt. Nach rund drei Stunden Beratung war das Schicksal des 43-Jährigen besiegelt. Die Berufung des Ex-Landeshauptmannstellvertreters wurde abgewiesen.
Dornauer selbst gibt sich jedoch noch nicht geschlagen. Er hält sich einen Gang vor den Bundesparteivorstand offen. Wie der Kurier schreibt, kündigte der Tiroler an, am Dienstag in einer Pressekonferenz seine nächsten Schritte zu erklären.
Der tiefe Fall eines Parteichefs
Wie konnte es so weit kommen? Der Absturz von Dornauer zieht sich schon über Monate. Alles begann mit einem folgenschweren Jagdausflug mit dem umstrittenen Signa-Pleitier René Benko im Jahr 2024. Damals musste Dornauer als Parteichef und Landeshauptmannstellvertreter zurücktreten. Doch das eigentliche Ende seiner Parteikarriere besiegelte ein Alleingang im Landtag.
Dornauer forderte im Oktober 2025 völlig überraschend, dass 170 Millionen Euro an Übergewinnen des Landesenergieversorgers Tiwag an die Bürger zurückgezahlt werden sollen. Für die SPÖ-Führung war das schlichtweg Verrat. Die Partei sah darin einen klaren Bruch der Koalition mit der ÖVP. SPÖ-Landesgeschäftsführerin Eva Steibl-Egenbauer erklärte laut Die Presse, man habe über die Jahre viel Geduld mit ihm gehabt, aber dieser Alleingang habe das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht.
Zweierlei Maß bei Gusenbauer?
Dornauer selbst sieht sich als Opfer. Vor der Sitzung des Schiedsgerichts machte er seinem Ärger Luft. Er pochte darauf, nur „ursozialdemokratische Grundsätze“ vertreten zu haben. Besonders brisant: Er verglich seinen Fall direkt mit dem von Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer. Gegen Gusenbauer laufen Untreue-Ermittlungen und trotzdem dürfe dieser in der Partei bleiben. Dornauer versteht die Welt nicht mehr: Die Partei wolle ihn loswerden, während andere trotz schwerer Vorwürfe weich fallen.
Zudem wirft Dornauer seinen Richtern Befangenheit vor. Wie tirol.ORF.at berichtet, betonte er mehrmals, dass eigentlich das Bundesschiedsgericht für ihn zuständig sei. Das fünfköpfige Tiroler Gremium rund um die Vorsitzende Ines Praxmarer ließ das aber nicht gelten.
Wie es jetzt weitergeht
Dornauer sitzt nun als freier Abgeordneter im Tiroler Landtag. Neben seinem Parteiausschluss sorgte er zuletzt auch privat für Schlagzeilen, als er mit 152 km/h in einem Mercedes geblitzt wurde und seinen Führerschein abgeben musste. Ob er das Urteil der Tiroler SPÖ nun vor die Bundesgremien zerrt, wird sich am Dienstag zeigen. Eines ist aber sicher: Die rote Schlammschlacht im Westen Österreichs ist noch lange nicht vorbei.
Quellen: oe24.at, Kurier.at, Krone.at, DiePresse.com, tirol.ORF.at
Credits: APA
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