Eineinhalb Wochen nach dem Terroranschlag in Villach, bei dem ein 14-jähriger Bub getötet und sechs weitere Menschen verletzt wurden, ermittelt die Staatsanwaltschaft Klagenfurt nicht nur gegen den mutmaßlichen Attentäter, sondern auch gegen einen Mann, der den Angriff stoppte.
Der 23-jährige Syrer, ein anerkannter Flüchtling, soll laut Polizei im Namen der Terrororganisation IS mit einem Messer Passanten attackiert haben. Ein 41-jähriger Landsmann, der als Essenslieferant tätig war, brachte den Attentäter mit seinem Fahrzeug zu Fall und verhinderte damit möglicherweise weitere Opfer. Gegen ihn wurde nun ein Verfahren wegen Körperverletzung eingeleitet.
Offizielles Verfahren, aber wohl Einstellung
Laut Markus Kitz, Sprecher der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, handelt es sich um ein „förmliches Verfahren“, in dem A. als Beschuldigter geführt wird. Es müsse ermittelt werden, ob sein Handeln im Rahmen der Nothilfe gerechtfertigt war. Kitz geht jedoch davon aus, dass das Verfahren eingestellt wird.
Da es sich bei Körperverletzung um ein Offizialdelikt handelt, ist die Staatsanwaltschaft verpflichtet, den Sachverhalt aufzuklären.
Bedrohung und Hilfsaktionen
Nach seiner Tat geriet A. ins Visier von IS-nahen Kreisen und wurde auf sozialen Medien bedroht. Aufgrund der Sicherheitslage muss er mit seiner Familie aus seiner bisherigen Wohnung ausziehen. Ob sie in Villach bleiben können, ist ungewiss.
Politische Reaktionen
Der Landeshauptmann von Kärnten, Peter Kaiser (SPÖ), appellierte im Vorfeld einer Landtagssondersitzung an die Verantwortung der Abgeordneten. Die politische Aufarbeitung des Anschlags dürfe die Bevölkerung nicht zusätzlich verunsichern.
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