Arbeitslosigkeit in Niederösterreich: Prognosen revidiert – Zahlen steigen weiter

Arbeitslosigkeit in Niederösterreich: Prognosen revidiert – Zahlen steigen weiter

Die Hoffnung auf sinkende Arbeitslosenzahlen in Niederösterreich hat sich zerschlagen. Das AMS Niederösterreich musste seine Prognosen für 2026 anpassen – und die neuen Zahlen sind alarmierend. Statt eines Rückgangs wird ein deutlicher Anstieg erwartet.

Besorgniserregende Zahlen

Laut einer Analyse des Instituts Synthesis, das regelmäßig Arbeitsmarktprognosen erstellt, wird die Zahl der Arbeitslosen in Niederösterreich heuer auf 47.660 steigen – ein Plus von 3 Prozent im Vergleich zu 2025. Die Arbeitslosenquote klettert auf 6,8 Prozent, während der österreichweite Schnitt bei 7,4 Prozent stagniert. Besonders betroffen sind die Branchen Handel, Industrie und Bauwesen, die seit Herbst 2025 massive Jobverluste verzeichnen. Sandra Kern, Landesgeschäftsführerin des AMS Niederösterreich, erklärt: „Die wirtschaftliche Erholung ist ins Stocken geraten, und die Vorzeichen haben sich umgekehrt.“

Warum trifft es Niederösterreich so hart?

Niederösterreich, das 2025 noch vergleichsweise gut durch die Krise gekommen war, erlebt nun die verzögerte Wirkung der wirtschaftlichen Herausforderungen. Geopolitische Krisen und eine schwache Nachfrage belasten den Arbeitsmarkt zusätzlich. „Wir sehen, dass sich in anderen Bundesländern die Lage entspannt, während Niederösterreich noch mit steigenden Zahlen kämpfen muss“, so Kern weiter.

Lichtblicke: Fachkräfte gesucht

Trotz der düsteren Prognosen gibt es auch positive Nachrichten. Die Nachfrage nach Fachkräften bleibt hoch, insbesondere in handwerklich-technischen Berufen. Grund dafür ist die Pensionierungswelle der Babyboomer-Generation. Im ersten Quartal 2026 meldeten niederösterreichische Betriebe 23.250 offene Stellen – ein Plus von 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders gefragt sind Fachkräfte in den Bereichen Gesundheit, Gastronomie und Klimaberufe.

AMS setzt auf Qualifizierung

Das AMS Niederösterreich will mit gezielten Maßnahmen gegensteuern. „Unser Ziel ist es, den Aufbau der Langzeitarbeitslosigkeit bestmöglich zu bremsen“, betont Kern. Besonders für Jobsuchende mit Pflichtschulabschluss werden hochwertige Qualifizierungsprogramme angeboten. Auch die Digitalisierung wird als Chance gesehen, um den Arbeitskräftemangel abzufedern.

Quellen: oe24.at, noe.ORF.at, ams.at
Credits: APA

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