Seit März ist er im Amt, doch die große Entlastung lässt auf sich warten. Staatssekretär Sepp Schellhorn wollte den Amtsschimmel bekämpfen – stattdessen gab es monatelang Funkstille. Jetzt meldet er sich auf Instagram zurück und verkauft „Vorbereitung“ als harten Erfolg. Die Bürger toben.
Es waren große Töne, die wir zum Start der neuen Bundesregierung am 3. März gehört haben. Sepp Schellhorn, der Mann aus der Wirtschaft, sollte als Staatssekretär endlich aufräumen. Weniger Vorschriften, halbierte Berichtspflichten, Turbo-Verfahren – das war der Plan. Doch was folgte, war vor allem eines: dröhnendes Schweigen. Neun Monate sind ins Land gezogen, und Herr und Frau Österreicher warten immer noch darauf, dass das Leben endlich einfacher wird.
Jetzt, kurz vor knapp, kündigt Schellhorn für den 3. Dezember 2025 ein „erstes Entbürokratisierungs-Entlastungspaket“ an. Doch statt Demut gibt es eine Social-Media-Offensive, die vielen sauer aufstößt.
„Vorbereitung“ als neue Währung
Auf Instagram inszeniert sich der Staatssekretär derzeit als der große Denker im Hintergrund. In einer regelrechten Posting-Serie versucht er, den monatelangen Stillstand in ein positives Licht zu rücken. Seine Botschaft: Wir haben nicht geschlafen, wir haben nachgedacht.
„Seit März haben wir zugehört, geplant und ausgearbeitet“, schreibt Schellhorn unter einem seiner Bilder. Und weiter: „Gute Vorbereitung ist die allerbeste erste Maßnahme!“ Oder noch blumiger: „Gut Ding braucht nicht Weile, sondern beste Vorbereitung!“
Für den steuerzahlenden Bürger, der sich täglich durch Formular-Dschungel kämpft, klingt das wie Hohn. Dass Schellhorn die bloße Vorbereitungszeit nun als politische Leistung verkauft, wirkt auf viele Beobachter wie eine absurde Show-Einlage. „Österreich habe 9 Millionen Entbürokratisierungs-Spezialisten“, meint er. Das mag sein, aber die warten auf Taten, nicht auf philosophische Kalendersprüche auf Instagram.
Wut im Netz: „Mit unseren Steuergeldern kann man sich ja Zeit lassen“
Dass die Geduld der Bevölkerung am Ende ist, zeigt ein Blick in die Kommentarspalten. Wie exxpress.at berichtet, lassen die User ihrem Ärger freien Lauf. Die Stimmung ist am Kochen, und das Verständnis für die „Denkpause“ des Staatssekretärs geht gegen Null.
„Mit unseren Steuergeldern kann man sich ja Zeit lassen, gell?“, schimpft ein User auf Instagram. Ein anderer fragt entnervt: „Wie lange braucht das noch???“. Der Vorwurf, dass hier Zeit geschunden wird, wiegt schwer.
Besonders hart ins Gericht geht User „Hans H.“ in den Kommentaren des Berichts. Er zieht einen peinlichen Vergleich für den Staatssekretär:
„Elon Musk hat in den USA mit DOGE von der ersten Sekunde an losgelegt und Milliarden an Verschwendung abgedreht. Da hat Schellhorn dagegen gerade einmal den Audi-Autokatalog mit dem A8 durchgeblättert.“
Auch andere Leser lassen kein gutes Haar an der Performance. „PetervonWien“ ätzt: „Aber beim Kauf seines neuen Dienstluxusautos war er so schnell wie ein Wirbelwind.“ Und Nutzerin „Christa Wondrak“ fasst die moderne Politik-Performance resigniert zusammen: „Jede Menge Selfies machen, lockere Sprüche von sich zu geben, Tanz Videos zu machen“.
Der 3. Dezember wird zum Tag der Wahrheit
Der Druck auf Schellhorn ist gewaltig. Wenn er am 3. Dezember sein Paket präsentiert, muss er liefern. Bloße Ankündigungen und schöne Instagram-Kacheln werden den Österreichern nicht mehr reichen. Sie wollen spüren, dass die Last weniger wird – und zwar in der Realität, nicht nur im Feed des Staatssekretärs. Bis dahin bleibt der bittere Beigeschmack: Während die Bürger unter der Bürokratie ächzen, wird im Ministerium offenbar erst einmal sehr lange „vorbereitet“.
Quelle. exxpress.at
Credits: APA
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