In Vorarlberg brennt der Hut! Die Kassen vielerorts sind leer, Bürgermeister sind verzweifelt. Jetzt drohen den Bürgern Gebührenerhöhungen und Sperren bei Kindergärten.
Es ist Feuer am Dach im westlichsten Bundesland. Was sich hinter den Kulissen der idyllischen Bergdörfer und Städte abspielt, ist ein knallharter Kampf ums finanzielle Überleben. Die Botschaft, die derzeit aus den Rathäusern dringt, ist unmissverständlich und dramatisch: Wir können uns das tägliche Leben bald nicht mehr leisten! Die finanzielle Schieflage der Kommunen hat mittlerweile eine „äußerst kritische Dimension“ erreicht.
In manchen Orten ist die Lage so ernst, dass die laufenden Aufgaben für die Bürger nur noch mit Ach und Krach finanziert werden können. Der Vorarlberger Gemeindeverband schlägt jetzt wild um sich und fordert sofortige Hilfe.
Schulden-Falle schnappt zu
Die Zahlen sind erschreckend. Während das Land Vorarlberg selbst relativ gut dasteht, versinken die Dörfer in den roten Zahlen. Wie oe24 weiter aufzeigt, sitzen die 96 Vorarlberger Gemeinden auf einem Schuldenberg von durchschnittlich 2.913 Euro pro Kopf – das ist der schlechteste Wert in ganz Österreich! Zum Vergleich: Das Land selbst steht nur mit 1.433 Euro pro Einwohner in der Kreide. Ein Ungleichgewicht, das die Ortschefs auf die Palme bringt.
Die Opposition tobt und wirft der ÖVP-Landesregierung vor, sich auf Kosten der Kleinen gesundzusparen. SPÖ-Finanzsprecher Mario Leiter wird deutlich: „Dass ein Budget für 2026 nicht beschlossen werden kann, ist kein politisches Versäumnis vor Ort, sondern ein Warnsignal für das gesamte System“, zitiert ihn die SPÖ Vorarlberg auf ihrer Webseite.
Nur 4 Euro bleiben übrig
Wie dramatisch die Geldvernichtung wirklich ist, rechnet die Krone vor: Von 100 Euro, die die Gemeinden zwischen 2019 und 2026 zusätzlich eingenommen haben, blieben ihnen am Ende mickrige vier Euro zur freien Verfügung! Der Löwenanteil von fast 96 Prozent floss direkt wieder ab – in den Sozialfonds, den Gesundheitsfonds und den Rettungsfonds.
Das ist Geld, das die Gemeinden abliefern müssen, ohne dass sie mitreden dürfen. Die Bürgermeister sind stinksauer: „Die Zeit des Redens ist vorbei“, heißt es laut Krone aus den Amtsstuben.
Jetzt geht es an die Geldbörse der Bürger
Wenn das Land nicht sofort den Geldhahn aufdreht, wird es für jeden einzelnen Vorarlberger ungemütlich. Der Gemeindeverband malt den Teufel an die Wand: Bleiben die Reformen aus, hat das „unmittelbare Folgen für die Bevölkerung“, wie oe24 die Warnung zitiert.
Das Horror-Szenario:
- Sanierungen von Schulen und Kindergärten werden abgeblasen.
- Schlaglöcher bleiben, Investitionen in die Infrastruktur werden gestrichen.
- Öffnungszeiten bei der Kinderbetreuung wackeln.
- Vereine müssen um ihre Förderungen zittern.
- Und das Schlimmste: Es drohen saftige Gebührenerhöhungen!
Landeshauptmann wiegelt ab
Und was sagt die Landesregierung dazu? Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) versucht zu beruhigen. Man sei sich der Lage „selbstverständlich bewusst“, lässt er laut einer Aussendung der Vorarlberger Landeskorrespondenz wissen. Er verweist auf Rekord-Zahlungen: 2026 sollen die Transferleistungen an die Gemeinden auf den Höchststand von 345,8 Millionen Euro klettern.
Doch den Bürgermeistern reicht das Taschengeld vom Land nicht mehr. Sie fordern eine komplette Umkrempelung des Systems: Das Land soll künftig 80 Prozent der Sozialkosten tragen (statt bisher 60). Zudem sollen die Gemeinden die Kindergärten allein managen, während das Land die teuren Spitäler komplett übernimmt. Ob Wallner auf diesen Deal einsteigt, bleibt abzuwarten. Sicher ist nur: Wenn hier keine Lösung kommt, zahlen am Ende die Bürger die Zeche.
Quellen: oe24.at, Krone.at, Vorarlberger Landeskorrespondenz, spoe.at
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