Alarmstufe Rot am Arbeitsmarkt: Darum finden ältere Frauen keinen Job mehr

Alarmstufe Rot am Arbeitsmarkt: Darum finden ältere Frauen keinen Job mehr

In Österreich verlieren zurzeit viele Frauen kurz vor ihrer Pension den Job. Die Arbeitslosigkeit bei älteren Frauen schießt dramatisch in die Höhe. Wir werfen einen Blick auf die harten Fakten und zeigen, warum die Situation auf dem Arbeitsmarkt so angespannt ist.

Das Pensionsalter steigt, die Chancen sinken

Seit Beginn des Jahres 2024 wird das Pensionsantrittsalter für Frauen in Österreich schrittweise angehoben. Wie die Arbeiterkammer Tirol erklärt, müssen alle Frauen, die ab dem 1. Juli 1968 geboren wurden, bis zum 65. Lebensjahr arbeiten. Das klingt nach einem fairen Plan zur Gleichstellung, doch die Realität sieht für viele düster aus.

Wie oe24.at berichtet, waren allein im März 4.670 Frauen im Alter von 60 Jahren arbeitslos. Das sind unfassbare dreieinhalb Mal so viele wie noch zu Beginn des Jahres 2024. Bei den 61-jährigen Frauen ist die Zahl sogar auf das Zehnfache gestiegen. Die Arbeitslosenquote bei den 60-Jährigen verdoppelte sich auf 9,5 Prozent. Wer in diesem Alter seinen Job verliert, hat extrem schlechte Karten.

Gefangen in der Warteschleife

Nicht nur die Zahl der Betroffenen steigt, sondern auch die Dauer der Arbeitslosigkeit. Die Zeit, in der Frauen ohne Job bleiben, hat sich massiv verlängert. Bei den 60-jährigen Frauen kletterte die Verweildauer von durchschnittlich 150 Tagen im Jahr 2024 auf nun 350 Tage. Bei den 61-Jährigen liegt sie sogar bei 400 Tagen.

Auch die allgemeinen Zahlen zeichnen ein klares Bild. Wie orf.at berichtet, stieg die Arbeitslosigkeit bei den über 60-Jährigen insgesamt um 12,1 Prozent an. Es wird immer deutlicher, dass Unternehmen zögern, ältere Arbeitnehmer einzustellen. Die Erfahrung und Loyalität dieser Generation zählen offenbar weniger als das Geburtsdatum.

Die Wirtschaft in der Krise, Frauen tragen die Last

Die Krise auf dem Arbeitsmarkt hat ein weibliches Gesicht bekommen. Wie ots.at berichtet, stieg die Arbeitslosigkeit bei Frauen insgesamt um 7 Prozent, während sie bei den Männern nur um 1,9 Prozent kletterte. Frauen arbeiten oft in Branchen, die unter starkem wirtschaftlichem Druck stehen, wie dem Handel oder dem Dienstleistungssektor.

Die Seniorenvertreter fordern nun rasches Handeln. Ingrid Korosec vom Seniorenbund betont, dass die Situation der Frauen über 50 auf dem Arbeitsmarkt deutlich schlechter geworden ist. Sie verlangt ein Umdenken bei den Arbeitgebern. Wenn Unternehmen ältere Arbeitnehmer nicht freiwillig einstellen, fordert sie Belohnungen für faire Firmen und Strafen für jene, die ältere Bewerber systematisch ablehnen. Auch Birgit Gerstorfer vom Pensionistenverband sieht die Arbeitgeber in der Pflicht, altersgerechte Arbeitsplätze zu schaffen.

Wir stehen vor einem echten Problem, das uns alle betrifft. Die Politik und die Wirtschaft müssen nun beweisen, dass sie ältere Arbeitnehmer nicht einfach auf das Abstellgleis schieben.

Quellen: oe24.at, orf.at, ots.at, arbeiterkammer.at
Credits: APA

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