Alarm in Brief der Lehrer: Kinder spucken, beißen und verletzen sich

Alarm in Brief der Lehrer: Kinder spucken, beißen und verletzen sich

Nach seinem intensiven Wahlkampf-Einsatz sollte sich Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) dringend um die Schulen in der „lebenswertesten Stadt der Welt“ (laut Mercer-Studie) kümmern: In einem offenen Alarm-Brief haben 2000 Wiener Freizeitpädagogen an ganztägigen Volksschulen die aktuellen Zustände in den Schulen beschrieben.

Niki Glattauer, der selbst Lehrer war, zitiert daraus in Heute: “ „Wir sind am Ende unserer Kräfte. Viele Kinder müssen einen Achtstunden-Schultag mit 27 anderen Kindern im gleichen Klassenraum verbringen. Psychische Zusammenbrüche, Schreien, Beißen, Spucken, das Werfen von Gegenständen sowie Fremd- und Selbstverletzungen überlasten Kinder und Personal.“

Und Glattauer schreibt: „Zu große Gruppen, die oft allein geführt werden müssen, fehlende Personalreserven und dauerhaft unbesetzte Stellen führen zu Erschöpfung, vermehrten Krankenständen (Schlafstörungen, Panikattacken, Burn-out) und letztlich zu Kündigungen bei den Lehrern. Gefordert sind: mehr Personal, kleinere Gruppen und für Kinder wie Erwachsene – sowie eine ,artgerechte Haltung‘ in den Schulgebäuden.“

In mehreren Bezirken dramatisch schlechte Deutsch-Kenntnisse

Die fehlenden Deutsch-Kenntnisse der Schüler verschärfen noch die Situation, berichtet Niki Glattauer: „45 Prozent der Erstklässler in Wien sind außerordentlich, verstehen ihre Lehrerinnen und Lehrer nicht und vice versa. Von ,Stoff‘ ganz zu schweigen. Unsere Landessprache ist Minderheitensprache geworden. Nur 30 Prozent der Wiener Pflichtschüler reden ,draußen‘ Deutsch. Ganz arg in Rudolfsheim (17,5 Prozent), Favoriten (16 Prozent), Margareten (11 Prozent).“

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