Alarm auf der Waage: Österreichs Rekruten wachsen massiv in die Breite

Alarm auf der Waage: Österreichs Rekruten wachsen massiv in die Breite

Die jungen Männer in Österreich werden größer, aber vor allem deutlich schwerer. Das zeigen aktuelle Daten des Verteidigungsministeriums zur Stellung beim Bundesheer. Während die Körpergröße bei den Geburtsjahrgängen 1972 bis 2006 im Schnitt von 177 auf 179 Zentimeter kletterte, schoss das Gewicht viel deutlicher in die Höhe. Die Waage zeigt heute durchschnittlich 77 Kilogramm anstelle der früheren 71 Kilogramm.

Besonders alarmierend ist ein weiteres Detail: Der Anteil jener Burschen, die mehr als 90 Kilogramm auf die Waage bringen, hat sich auf satte 18 Prozent verdreifacht. Dennoch bleibt die Zahl der offiziell als übergewichtig diagnostizierten Rekruten im Zehnjahresvergleich erstaunlich konstant. Zwar gab es nach den Corona-Jahren einen leichten Anstieg, dieser ging zuletzt aber wieder zurück.

Plattfuß löst Kurzsichtigkeit als Volksleiden Nummer eins ab

Überraschende Entwicklungen gibt es bei den ärztlichen Diagnosen der Stellung. Erstmals hat der Plattfuß die lange dominierende Kurzsichtigkeit vom Thron gestoßen. Im Jahr 2025 wurden knapp 8.100 Plattfuß-Diagnosen gestellt. Die Kurzsichtigkeit landete mit 7.800 Fällen nur noch auf Platz zwei, gefolgt von Allergien mit 5.700 und Übergewicht mit 4.700 Diagnosen. Auffällig ist zudem, dass psychische Erkrankungen bei den Stellungspflichtigen spürbar zunehmen.

Trotz der körperlichen Veränderungen bleibt die Tauglichkeitsrate seit Jahren stabil. Rund 65 Prozent der jungen Männer werden als tauglich eingestuft. Die Gesamtzahl der Stellungen hat sich nach pandemiebedingten Schwankungen wieder bei rund 47.000 eingependelt.

Verteidigungsministerin plant moderne Gesundheitsstraßen

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner will die Stellung nun grundlegend reformieren und attraktiver gestalten. Für viele junge Menschen ist dieser Termin der erste direkte Kontakt mit dem Bundesheer und dient oft als kostenloser, umfassender Gesundheitscheck. Eine neue Studie soll untersuchen, wie man die bisherigen Stellungsstraßen in moderne Gesundheitsstraßen umbauen kann. Dabei soll auch geprüft werden, wie Frauen diese Einrichtungen künftig freiwillig nutzen können.

Neues Talentetool soll Stärken aufzeigen

Um den Nachwuchs zielgerichteter einzusetzen, startet das Bundesheer zusätzlich eine digitale Offensive. Ein neues „Talentetool“ soll künftig schon vor der eigentlichen Stellung die Interessen und Stärken der Rekruten herausfiltern. Ob jemand eher für den Sanitätsdienst oder für die Infanterie geeignet ist, lässt sich so frühzeitig erkennen. Die Ergebnisse werden dann direkt bei der Stellung mit Wehrdienstberatern besprochen. Wie die OÖNachrichten berichten, startet der erste Testlauf für dieses Tool bereits im Juni in Kärnten.

Quellen: oe24.at, krone.at, weekend.at, vienna.at, nachrichten.at
Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest
0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
Inline-Rückmeldungen
Alle Kommentare anzeigen
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x