Reaktionen: Freude bei CDU, AfD jubelt, Grüne hoffen

Reaktionen: Freude bei CDU, AfD jubelt, Grüne hoffen

Die AfD ist hinter CDU/CSU die zweitstärkste Kraft. Schon wenige Minuten nach der ersten Hochrechung um 18 Uhr erklärte sich Chefin Alice Weidel auf der Wahlparty in Berlin zur “einzig echten Wahlsiegerin”. Zu recht: mit 19,5 Prozent hat sich die Alternative für Deutschland im Vergleich zur Wahl vor vier Jahren (plus 9,1 Prozent) verdoppelt. „Wir sind offen für Koalitionsverhandlungen mit der CDU“, betonte Weidel in der ARD. Die Union habe ihr Wahlprogramm ohnehin bei der AfD „abgeschrieben“.

Doch nicht nur ganz rechts jubelt. Auch am anderen Ende des politischen Spektrums wird gefeiert. Die Linkspartei legt 3,6 Punkte zu und kommt auf 8,5 Prozent der Stimmen. Spitzenkandidatin Heidi Reichinek zeigte sich gegenüber der ARD hochzufrieden mit dem Ergebnis ihrer Partei. Sie versprach, sich stark für soziale Themen einzusetzen – ob in der Regierung oder in der Opposition.

Erste Reaktionen zur Bundestagswahl 2025

Die Union feiert ihren Wahlsieg. „Wir haben diese Bundestagswahl 2025 gewonnen“, ruft CDU-Chef Friedrich Merz seinen Anhängern zu. Merz will „so schnell wie möglich“ eine neue Regierung bilden. „Die Welt da draußen wartet nicht auf uns“ und „nicht auf langatmige Koalitionsverhandlungen”. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt sprach von einem „klaren Sieg“ und betonte, eine „stabile Regierung“ sei möglich. Eine Koalition mit den Grünen schloss er kategorisch aus: „Mit den Grünen gibt es keinen Politikwechsel.“

Die SPD stürzt auf 16,4 Prozent ab – ein historisches Tief. Kanzler Olaf Scholz äußerte sich zunächst nicht, doch innerhalb der Partei herrscht Ernüchterung. Der Wahlausgang stellt die Regierungsfähigkeit der Sozialdemokraten infrage.
AfD: Rekordergebnis und internationale Glückwünsche
Mit 19,8 Prozent feiert die AfD das beste Ergebnis ihrer Geschichte. Alice Weidel erklärte auf der Wahlfeier, ihre Partei sei der „einzige echte Wahlgewinner“. Auch aus dem Ausland kamen Glückwünsche: Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders gratulierte auf X.

Grüne: Trotz Verlusten hätten sie weiter gerne eine Regierungsbeteiligung. Die Grünen verlieren Stimmen und landen bei 12,3 Prozent. Parteivorsitzende Franziska Brantner verteidigte das Ergebnis: „Wir sind aus einer der unbeliebtesten Regierungen dieser Bundesrepublik hervorgegangen, haben uns nach oben gekämpft.“ Sie sieht weiterhin einen Regierungsauftrag für ihre Partei.

FDP: Die Partei verpasst den Einzug in den Bundestag
Mit 4,3 Prozent schaffte die FDP den Verbleib im Parlament nicht. 

BSW: Hauchdünn unter der Fünf-Prozent-Hürde
Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) erreicht laut Endergebnis nur 4,9 Prozent und scheitert damit.

Politikwissenschaftler: Wahl ohne überzeugenden Kandidaten
Politologe Karl-Rudolf Korte kommentierte das Ergebnis im ZDF: „Es war ein Wettbewerb der Unbeliebten.“ Laut einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen hielten nur 46 Prozent Friedrich Merz für einen geeigneten Kanzler. Damit schnitt er noch am besten ab.

Das Ergebnis der ersten Hochrechnung sah so aus:

Union: 29 Prozent (plus 4,9 Prozentpunkte)
SPD: 16 Prozent (minus 9,7 Prozentpunkte)
AfD: 19,5 Prozent (plus 9,1 Prozentpunkte)
Grüne: 13,5 Prozent (minus 1,2 Prozentpunkte)
FDP: 4,9 Prozent (minus 6,5 Prozentpunkte)
Linkspartei: 8,5 Prozent (plus 3,6 Prozentpunkte)
BSW: 4,7 (plus 4,7 Prozentpunkte)

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