Ein Abschiedsbrief bringt Licht in eine der erschütterndsten Tat Oberösterreichs: Ein 88-jähriger Mann erschoss seine Frau und seine Tochter auf einem Parkplatz in Linz-Urfahr – und nahm sich danach selbst das Leben. Auslöser war offenbar ein Albtraum-Gedankenkonstrukt rund um Wohnung, Erbe und Enkelkinder.
Gemeinsames Mittagessen – dann eskalierte alles
Am Donnerstag um etwa 13:30 Uhr schossen am Parkplatz vor einem Traditionsgasthaus in Linz-Urfahr, Stadtteil St. Magdalena, tödliche Schüsse. Wie oe24 unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Linz berichtete, hatten der mutmaßliche Täter Kurt F. (88), seine Ehefrau (89) und seine Tochter (61) zuvor gemeinsam in dem Lokal zu Mittag gegessen. Laut Zeugenaussagen kam es im Wirtshaus zu keinem hörbaren Streit. Nach dem Verlassen des Lokals eskalierte die Situation. Der 88-Jährige erschoss seine Frau und seine Tochter mit einer historischen Pistole aus dem Zweiten Weltkrieg – einer alten Wehrmachtspistole, die er laut Polizei illegal besessen hatte. Anschließend richtete er die Waffe gegen sich selbst.
Abschiedsbrief enthüllt das Motiv
Die Staatsanwaltschaft Linz hat die Ermittlungen übernommen und den bei den Toten gefundenen Abschiedsbrief ausgewertet. Wie oe24 unter Berufung auf die Sprecherin der Staatsanwaltschaft berichtete, war der entscheidende Auslöser offenbar die neue Lebenssituation der Tochter: Sie war nach Bayern gezogen und hatte einen neuen Lebensgefährten. Den neuen Partner konnte der Vater laut Brief nicht ausstehen – er empfand ihn als jemanden, „der nur das Geld zum Fenster rauswirft.“
Angst um Wohnung und Erbe der Enkelkinder
Dahinter steckte laut Abschiedsbrief eine tiefere Befürchtung. Wie oe24 berichtete, gab die Staatsanwaltschaftssprecherin die Gedankengänge des Mannes wieder: Der pensionierte Voestarbeiter soll befürchtet haben, dass die bereits auf die Tochter überschriebene Eigentumswohnung in Linz nach seinem und dem Tod seiner Frau verkauft und das Geld „verprasst“ werden würde. Sein größter Schmerz: Die beiden Enkelkinder würden vom Erbe keinen Cent sehen. Dass seine 89-jährige Frau der Tochter den Rücken stärkte, dürfte diese Überzeugung noch verstärkt haben.
Die Staatsanwaltschaft wies ausdrücklich darauf hin, dass das Gedankenkonstrukt des Mannes „wohl auch von Altersdemenz getrübt“ gewesen sei. Die Obduktion der drei Toten war für Freitagmittag angesetzt, ein Ergebnis wurde für den Nachmittag erwartet.
Credits: APA
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