Die Diskussion um Abschiebungen nach Syrien bleibt in Deutschland ein hochsensibles Thema. Während die Zahl der in Deutschland lebenden Syrer leicht sinkt, wird dies vor allem durch Einbürgerungen und nicht durch Rückkehr in die Heimat begründet. Die Politik erhöht den Druck, doch die humanitäre Lage in Syrien bleibt ein zentrales Hindernis.
Syrische Bevölkerung in Deutschland
Laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion lebten Ende November 2025 rund 940.401 Menschen mit syrischer Staatsangehörigkeit in Deutschland. Mehr als die Hälfte von ihnen genießt Schutzstatus, etwa als anerkannte Flüchtlinge oder Asylberechtigte. Ein Jahr zuvor waren es noch rund 974.000. Der Rückgang ist vor allem auf Einbürgerungen zurückzuführen, da eingebürgerte Personen nicht mehr im Ausländerzentralregister (AZR) erfasst werden.
Politische Forderungen und Kritik
Die CSU fordert eine härtere Gangart. In einem Beschlusspapier erklärte die Partei, dass für viele Syrer der Schutzgrund nach dem Ende des Bürgerkriegs entfallen sei. Sie plädiert für eine „Abschiebeoffensive“ im Jahr 2026. Seit Dezember 2025 wurden jedoch lediglich drei Straftäter nach Syrien abgeschoben. Außenminister Johann Wadephul (CDU) äußerte sich skeptisch zu einer großflächigen Rückkehr, da viele Regionen in Syrien weiterhin zerstört seien.
Humanitäre Lage in Syrien
Die Bundesregierung betont, dass die humanitäre Situation in Syrien weiterhin schlecht sei. Laut offiziellen Angaben lebten Ende November 2025 rund 10.253 ausreisepflichtige Syrer in Deutschland, von denen jedoch nur 884 keine Duldung besaßen. Eine Duldung wird ausgestellt, wenn eine Abschiebung vorübergehend ausgesetzt ist, etwa aus humanitären Gründen.
Freiwillige Rückkehr bleibt gering
Im Jahr 2025 kehrten bis Ende November lediglich 3.707 Menschen freiwillig nach Syrien zurück. Diese Rückkehrer erhielten finanzielle Unterstützung vom deutschen Staat. Die geringe Zahl verdeutlicht die Unsicherheit, die viele Syrer trotz des offiziellen Endes des Bürgerkriegs empfinden.
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