895 Besucher, 553.000 Euro Förderung: FPÖ verlangt Rückzahlung für Babler-Doku

895 Besucher, 553.000 Euro Förderung: FPÖ verlangt Rückzahlung für Babler-Doku

Der Kino-Flop rund um die Dokumentation über SPÖ-Chef Andreas Babler hat politische Konsequenzen. Die Wiener FPÖ fordert die Rückzahlung der öffentlichen Fördermittel — und schießt dabei auch gegen die eigene potenzielle Koalitionspartnerin ÖVP.

617 Euro Förderung pro Kinokarte

Wie oe24 berichtet, sahen seit dem Kinostart am 24. April österreichweit gerade einmal 895 Menschen die Dokumentation „Wahlkampf“ über Vizekanzler Andreas Babler auf der Leinwand. Das Projekt wurde mit insgesamt rund 553.000 Euro an Steuergeld gefördert — davon allein 183.000 Euro aus dem Filmfonds Wien. Rechnet man die Gesamtförderung auf die bisherigen Besucher um, ergibt das einen rechnerischen Wert von knapp 617 Euro pro verkaufter Kinokarte.

FPÖ: „Rote Eigenwerbung“ — Geld soll zurück

Wiens FPÖ-Kultursprecher Lukas Brucker ließ in seiner Reaktion keine Unschärfe zu. Er bezeichnet die Produktion laut oe24 als „rote Eigenwerbung“ und „parteipolitische Propaganda“, für die nicht die Allgemeinheit aufzukommen habe. Sein Kernsatz: „Die SPÖ soll diesen Flop aus ihrer eigenen Parteikassa bezahlen. Es ist nicht Aufgabe der Wienerinnen und Wiener, für PR-Projekte eines amtierenden Parteichefs aufzukommen.“ Konkret fordert Brucker die sofortige Rückzahlung des Wiener Förderanteils von 183.000 Euro.

Seitenhieb auf die ÖVP

Brucker blieb nicht bei der SPÖ. Weil die Wiener ÖVP einem entsprechenden Antrag auf Förderrückzahlung nicht zugestimmt habe, warf er ihr laut oe24 „völlige Selbstaufgabe“ vor: „Statt Opposition zu sein, betreibt sie nur mehr Anbiederung an die Ludwig-SPÖ und macht sich zum willfährigen Mehrheitsbeschaffer.“

SPÖ: Förderung war politisch unabhängig

Die SPÖ wies die Vorwürfe bereits in der Vergangenheit zurück. Die Förderungen seien „unter der Vorgängerregierung — also lange vor Andreas Bablers Amtszeit als Kulturminister — von unabhängigen Förderstellen genehmigt worden“, heißt es laut oe24 auf der SPÖ-Homepage. Sowohl das Österreichische Filminstitut als auch der Filmfonds Wien und das Land Niederösterreich hätten die Mittel durch eigenständige, unabhängige Jurys ohne politische Einflussnahme vergeben.

Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest
0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
Inline-Rückmeldungen
Alle Kommentare anzeigen
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x