Diese Woche ist der Fall wieder in allen Medien. Christian Mayrhofer, der Mann, der fünfzehn Jahre ohne Lehrerdiplom unterrichtete, muss zahlen. Das Arbeits- und Sozialgericht Linz hat ihn verurteilt, der Bildungsdirektion Oberösterreich 75.513 Euro zurückzuzahlen, mit Zinsen und Kosten nähert sich die Summe der 100.000-Euro-Marke, wie die “Kronen Zeitung” berichtet. Zusammen mit Wien und Niederösterreich sind es nach seinen Angaben rund 128.500 Euro. Sein Haus in Steyr ist verkauft, er lebt in einer 40-Quadratmeter-Wohnung in Wien und bezieht Notstandshilfe.
Das ist das Ende der Geschichte. Den Anfang kennt kaum jemand.

Ein Skikurs, der alles veränderte
Er beginnt im März 2004, im letzten Blockpraktikum an der Pädagogischen Akademie. Mayrhofer wird gefragt, ob er eine dritte Klasse auf Skikurs begleiten möchte. Er sagt zu – unter einer Bedingung: “Die Pädak muss das genehmigen.” Laut seiner Darstellung tut sie das. Zurück an der Schule bekommt er ein “Nicht genügend”. Die Stunden im Hauptfach Deutsch habe er versäumt, der Skikurs könne nicht angerechnet werden. Es folgen ein zweites “Nicht genügend” und ein grauer Briefumschlag mit einem Satz, der sein Leben verändert: “Zwei Nicht Genügend im Praktikum ziehen eine unvermeidbare Exmatrikulation nach sich.”
In keinem der aktuellen Berichte kommt dieser Moment vor. In “Der falsche Lehrer – So war es wirklich” ist er der Ausgangspunkt von allem.

“Die Unterlagen kannst du nachreichen”
Sechs Jahre später steht Mayrhofer in Flip-Flops und Muskelshirt im Lehrerzimmer einer Wiener Mittelschule. Eigentlich will er nur seine Freundin abholen. Stattdessen findet er sich in einem Vorstellungsgespräch wieder. Die Direktorin ruft beim Stadtschulrat an, er schreibt Namen und Adresse auf einen Zettel. “Komm einfach am 6. September. Die Unterlagen kannst du dann nachreichen.” Er weiß, dass er kein Diplom hat. Er sagt nichts. Und Wochen nach Schulbeginn notiert er: “Noch immer hat niemand nach einem Zeugnis gefragt.”
Ohne Ausreden
Was das Buch lesenswert macht, ist nicht, dass Mayrhofer sich verteidigt. Er tut es nicht. Er erzählt offen, dass er ein Schriftstück gefälscht hat, dass er geschwiegen hat, als er hätte reden müssen, und dass er Prüfungen immer wieder vor sich hergeschoben hat. Er erzählt aber auch von den fünfzehn Jahren dazwischen: vom Klassenvorstand, vom Fußballtrainer, der mit einer Außenseitermannschaft das Bezirksturnier gewinnt, von Schülern, die sich Jahre später bei ihm bedanken. Und vom Tag im April 2025, als er vor dem Landesgericht Linz steht und fünf Kameras auf ihn gerichtet sind.
Die Medien nannten ihn “Betrüger”, “Schwindler”, “Pseudopädagoge”. Im Buch stellt er die Frage, die in all diesen Berichten fehlt: “Wie konnte das überhaupt passieren?”
Die ganze Geschichte
Wer die Schlagzeilen kennt, kennt das Urteil. Wer das Buch liest, versteht, wie es dazu kam – und kann sich selbst ein Bild machen. “Der falsche Lehrer – So war es wirklich” von Christian Mayrhofer hat 154 Seiten und ist als Taschenbuch (16,50 Euro) und als E-Book (9,90 Euro) im Buchhandel und auf Amazon erhältlich.
Offenlegung: Dieser Beitrag ist Werbung in eigener Sache. “Der falsche Lehrer” ist bei Star Troopers Publishing erschienen, das wie exxtra24 zur Star Troopers Digital GmbH gehört. exxtra24-Co-Herausgeber & Chefredakteur Rafael Haslauer hat das Buch gemeinsam mit Christian Mayrhofer geschrieben.
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