Der Sommer bei ZDFneo wird künftig ohne „Böhmi brutzelt“ auskommen: Der öffentlich-rechtliche Sender hat das Koch- und Talkformat von Jan Böhmermann nach vier Staffeln eingestellt. Wie das ZDF gegenüber dem Branchenportal DWDL.de bestätigte, ist eine Fortsetzung derzeit nicht geplant.
Seit 2021 hatte Jan Böhmermann in der Sendung mit prominenten Gästen wie Anke Engelke, Olli Schulz oder Riccardo Simonetti nicht nur gekocht, sondern auch über Politik, Popkultur und Privates gesprochen – stets mit einem ironischen Unterton. Das Format war fester Bestandteil des ZDFneo-Sommerprogramms und bot eine Mischung aus Leichtigkeit, Tiefgang und Unterhaltung. Nun ist Schluss. In einer Stellungnahme erklärte der Sender, dass es im Zuge der strategischen Programmplanung notwendig sei, auch erfolgreiche Formate zu beenden:
„ZDFneo steht für kreative Vielfalt und programmliche Innovation. Um kontinuierlich Raum für neue Ideen und Impulse zu schaffen, können im Rahmen einer nachhaltigen Portfolioentwicklung nicht alle Formate fortgeführt werden.“
Das ZDF dankte zudem dem gesamten Produktionsteam für die „kreative und erfolgreiche Zusammenarbeit“ über vier Jahre hinweg.
Rückläufige Quoten im linearen TV
In Wahrheit dürfte ein nüchterner Blick auf die Zahlen ausschlaggebend für die Absetzung von „Böhmi brutzelt“ gewesen sein. In der letzten Staffel schalteten im Schnitt nur 100.000 Fans ein, was selbst für einen kleinen Sender wie ZDFneo zu wenig ist. Wie gut sich das Format in der ZDF-Mediathek schlug, ist hingegen nicht bekannt – Abrufzahlen für Streaminginhalte veröffentlicht das ZDF in der Regel nicht im Detail.
„Böhmi brutzelt“ ist nicht die einzige Sendung, die ZDFneo in diesem Jahr aus dem Programm nimmt. Auch andere Formate sollen dem Wunsch nach Erneuerung und einem frischen Portfolio zum Opfer fallen.
Trotz des Endes seiner Kochshow bleibt Jan Böhmermann dem ZDF jedoch erhalten: Mit dem „ZDF Magazin Royale“ ist der Satiriker weiterhin prominent im Hauptprogramm vertreten – und polarisiert dort regelmäßig mit oft unterirdischer Politik- und Medienkritik.
Credit: Screenshot
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