Döbling-Prozess: Afghanische Jugendbande verurteilt – Opfer hatten täglich Angst

Döbling-Prozess: Afghanische Jugendbande verurteilt – Opfer hatten täglich Angst

Acht Jugendliche standen am Wiener Landesgericht vor Gericht – sieben Buben, ein Mädchen, zwischen 14 und 15 Jahre alt. Der Großteil hat afghanische Staatsbürgerschaft. Der Staatsanwalt sprach von „Intensivtätern“. Am Ende gab es maximal 15 Monate Haft.

Bedroht, verfolgt, ausgeraubt – rund um Schulen und U-Bahn

Wie die Kronen Zeitung berichtet, machte die Bande Schüler in Wien-Döbling systematisch zum Ziel. Kinder wurden bedroht, verfolgt und ausgeraubt. Ein Opfer sagte bei der Polizei:

„Viele Kinder haben Angst und melden Vorfälle erst gar nicht, obwohl täglich etwas passiert.“

Unter Schülern sei bekannt gewesen, dass die Gruppe mit Messern und Schlagringen unterwegs ist.

Besonders drastisch: Ein Schüler wurde bis ins Lehrerzimmer verfolgt. Pädagogen sperrten die Tür. Die Jugendlichen traten dagegen und verlangten die Herausgabe des Schülers. Bei der U-Bahn-Station Heiligenstadt trommelte laut Gerichtsbericht ein Angeklagter Mittäter zusammen mit den Worten: „Hier sind zwei Patienten.“ Der Richter fragte nach. Gemeint waren zwei Menschen, „die man abziehen kann“ – und „abziehen“ heiße, laut dem Angeklagten: „Na, ausrauben.“

Einer mit drei Vorstrafen – darunter Vergewaltigung

Wie exxpress.at unter Berufung auf die Kronen Zeitung berichtet, hatte der Hauptangeklagte, Jahrgang 2011, bereits drei Vorstrafen – darunter eine wegen Vergewaltigung. Die Familien der Angeklagten kamen 2015 als Schutzberechtigte nach Österreich. Damals waren die Buben noch Kleinkinder.

Masche mit strafunmündigen Kindern

Die Staatsanwaltschaft legte laut exxpress.at ein weiteres strukturelles Problem offen: Bei den Taten seien immer wieder Kinder unter 14 Jahren dabei gewesen – also Strafunmündige. Die Masche sei stets dieselbe gewesen: Die Älteren konnten den Jüngeren die Schuld zuschieben. Auch die offizielle Polizeichronik zeigt das Muster. Mitte Jänner wurde ein 14-jähriger Schüler nach dem Verlassen seiner Schule in Döbling von zwei Jugendlichen – 13 und 14 Jahre alt – geschlagen, mit dem Umbringen bedroht und seiner Jacke beraubt. Ende März kam es erneut am Bahnhof Heiligenstadt zu einem Raubfall: Zwei Freunde, 13 und 15 Jahre alt, wurden attackiert. Drei der vier Verdächtigen waren 14 oder 15, einer war zum Tatzeitpunkt strafunmündig.

Urteile: Maximal 15 Monate – FPÖ fordert Sicherheitsgipfel

Wie exxpress.at berichtet, war auch im Gerichtssaal die Lage angespannt – zwei Polizisten standen vor dem Saal, zwei im Saal, dazu mehrere Justizwachebeamte. Am Ende fielen die Urteile vergleichsweise milde aus: Der Erstangeklagte erhielt ein Jahr teilbedingt, ein 15-Jähriger 15 Monate unbedingt – dazu wurden acht bedingt nachgesehene Monate aus einer früheren Strafe widerrufen.

Politisch ist der Fall längst eskaliert. Wie aus einer OTS-Presseaussendung der FPÖ Wien hervorgeht, forderte FPÖ-Klubobmann für Döbling, Michel Eischer, bereits einen Sicherheitsgipfel für den Bezirk. FPÖ-Stadtrat Dominik Nepp erklärte: „Die Zustände in Döbling sind völlig inakzeptabel. Es kann nicht sein, dass sich Jugendbanden ungehindert in öffentlichen Parks versammeln, Mitbürger bedrohen und Geschäftsleute attackieren.“

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