Xi Jinping zu historischem Staatsbesuch in Washington

Xi Jinping zu historischem Staatsbesuch in Washington

Ein seltenes Bild: US-Präsident Donald Trump empfängt Chinas Staatschef Xi Jinping persönlich am Flughafen. Der dreitägige Staatsbesuch markiert die erste USA-Reise Xis seit 2023 und könnte weitreichende Folgen für den Handelsstreit zwischen beiden Großmächten haben.

Persönlicher Empfang mit Militärkapelle

Xi und seine Ehefrau Peng Liyuan landeten am Mittwochabend Ortszeit auf einem Militärflugplatz nahe Washington. Dort wurden sie von Trump und First Lady Melania persönlich begrüßt – dass ein US-Präsident einen ausländischen Staats- oder Regierungschef selbst am Flughafen empfängt, gilt als äußerst ungewöhnlich. Nach einem kurzen Austausch am Fuß der Flugzeugtreppe überreichten Kinder Blumensträuße, ehe eine Militärkapelle die Nationalhymnen beider Länder spielte. Während der US-Hymne flogen Bomber vom Typ B1 über die Zeremonie – der Lärm war so laut, dass Trump sichtlich das Gesicht verzog und sich mit einer Bemerkung an Xi wandte. Anschließend verließen beide Staatschefs das Rollfeld in getrennten Fahrzeugen. Trump selbst trug während der gesamten Zeremonie bei rund 18 Grad einen dicken Mantel samt Handschuhen, die er nur kurz zur Begrüßung auszog – Blutergüsse an seinen Händen hatten in der Vergangenheit bereits wiederholt Spekulationen über seinen Gesundheitszustand ausgelöst.

Zollpause um zwei Monate verlängert

Noch vor den eigentlichen Gesprächen am Donnerstag gab es bereits ein konkretes Ergebnis: US-Finanzminister Scott Bessent verkündete, das ursprünglich am 10. November auslaufende Busan-Abkommen – eine Pause bei Zusatzzöllen im bilateralen Handelsstreit – werde um zwei Monate bis zum 10. Jänner verlängert. Gegenüber dem Sender Fox News erklärte Bessent nach einem Treffen mit dem chinesischen Vizeregierungschef He Lifeng: „Wir haben uns heute getroffen, um auszuloten, ob wir ein größeres Abkommen anstelle einer Reihe kleinerer Schritte erreichen können.“

Xi wirbt für Partnerschaft statt Rivalität

Nach seiner Ankunft positionierte sich Xi öffentlich versöhnlich. Wie die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, sprach er sich für eine partnerschaftliche statt rivalisierende Beziehung zwischen beiden Ländern aus. In einer schriftlichen Mitteilung erklärte er, er freue sich auf einen tiefgehenden Austausch mit Trump und darauf, „die konstruktiven Beziehungen der strategischen Stabilität zu bereichern“. Weiter betonte er: „Die historische Notwendigkeit der friedlichen Koexistenz zwischen China und den USA hat sich nicht geändert.“ Er zeigte sich zuversichtlich, dass beide Länder „in der neuen Ära den richtigen Weg finden“ könnten, um miteinander auszukommen.

Große Themenpalette: KI, Iran und die Ukraine

Neben dem Handelsstreit dürften bei den Gesprächen auch Sicherheitsfragen rund um Künstliche Intelligenz sowie globale Konflikte wie der Iran-Krieg und der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine auf der Agenda stehen.

Staatsbankett mit Tech-Prominenz

Für Donnerstagabend ist ein Staatsbankett geplant, bei dem sowohl Xi als auch Trump Ansprachen halten sollen. Nach Angaben eines hochrangigen Regierungsbeamten werden dabei auch mehrere US-Tech-Bosse erwartet, darunter Tesla-Chef Elon Musk, Amazon-Gründer Jeff Bezos sowie Spitzenmanager von Google und Apple.

Ein Besuch mit Vorgeschichte

Für Xi ist es die erste USA-Reise seit 2023, als er zum APEC-Wirtschaftsgipfel nach Kalifornien reiste und dort noch mit Trumps Vorgänger Joe Biden zusammentraf. Die Einladung für den aktuellen Besuch hatte Trump bereits bei seinem eigenen China-Besuch in Peking Mitte Mai persönlich ausgesprochen.

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