Dieser Fall der Jugendwohlfahrt der Stadt Wien ist unfassbar: Zwei Kinder – acht und drei Jahre alt – werden einem Wiener Unternehmer und dessen Ehefrau abgenommen, die Kleinen werden bereits seit Wochen „fremdbetreut“. Die Begründung für diese Kindeswegnahme ist dürftig, die Beamten und auch die zuständige Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (NEOS) gehen bei Anfragen von exxtra24 auf Tauchstation.
„Wir sind verzweifelt, meine Frau weint jeden Tag – wir vermissen unsere zwei kleinen Engel“, sagt der Unternehmer im Gespräch mit exxtra24. Der Vater von Sarah (3) und Markus (8, beide Namen von der Redaktion geändert) schüttelt immer wieder den Kopf – er ist fassungslos: „Wie kann das alles möglich sein? Warum kann mir die Jugendwohlfahrt meine Kinder für Wochen wegnehmen?“ Jeder, der Kinder hat, weiß sofort, was der Kindesvater und die Mutter durchmachen.
Tatsächlich ist höchst sonderbar, wie diese Kindeswegnahme begründet wird, wie dieser ganze Fall begann. Der Vater der Kinder erzählt: „Ja: Mein Sohn ist etwas lebendig, in einer guten Familie aufgewachsen, ihm hat nie etwas gefehlt. Dann kam dieses Schreiben der Direktorin seiner Schule in der Hahngasse. Und ich gebe ja zu: Ich habe das zu wenig ernst genommen.“
Die Direktorin der Volksschule schickte dem Papa von Markus eine schriftliche Verwarnung: Der Schüler verwende „sexualisierte Sprache“, es würde „zu tätlichen Angriffen auf Mitschüler“ kommen und Markus verwende „vermehrt Schimpfwörter“. Die Eltern sprachen ernst mit ihrem Kind über diesen Brief der Schuldirektorin – aber nicht mit der Schulleitung. Die Familie flog dann gemeinsam auf einen Kurzurlaub nach Barcelona.
Nach der Ankunft folgte der Zugrifff der Jugendwohlfahrt: Markus wurde von der Schule abgeholt und in Fremdbetreuung genommen, und auch die erst drei Jahre alte Sarah wurde von den Beamten vom Kindergarten weg übernommen – für die Eltern der Kinder brach eine Welt zusammen.
„Dann kamen plötzlich total absurde Anschuldigungen gegen mich, die auch vom Landeskriminalamt überprüft worden sind. Das Ermittlungsverfahren wurde nach meiner Einvernahme sofort eingestellt, nichts liegt gegen mich vor. Aber die Jugendwohlfahrts-Beamten, die das wissen, geben mir meine Kinder trotzdem nicht zurück“, erzählt der Familienvater vom aktuellen Verfahrensstand. Die Begründung für die weitere „Fremdbetreuung“ laut Magistrat Wien: Es müsse nun ein psychologischer Untersuchungsprozess mit den Kinder durchgeführt werden. Und das könne noch Monate dauern.
Auch dreijährige Tochter der Familie abgenommen
Besonders schlimm ist für den Wiener und seine Frau, dass auch die kleine Sarah von der Jugendwohlfahrt weggenommen worden ist. Der Vater kritisiert: „Was soll da vorliegen? In ihrem Kindergarten wurden wir einmal kritisiert, dass sie keine Hausschuhe mit dabei hatte. Jetzt wird auch behauptet, dass Sarah ,motorische Störungen‘ hätte – aber das ist absoluter Schwachsinn.“
Selbstverständlich hat exxtra24 auch die Leitung der Jugendwohlfahrt und auch die Bereichsleiterin für den 9. Bezirk gebeten, Auskunft über diesen Fall zu geben und ihre Sicht zu dieser Causa zu geben. Auch die für die Jugendwohlfahrt zuständige Wiener Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling wurde gebeten, sich das konkrete Vorgehen der Beamten anzusehen und dazu Stellung zu nehmen. Bis auf ein Mail eines Medienmitarbeiters der MA 11 mit sehr unkonkreten Aussagen kam keine Antwort – die Beamten und auch die NEOS-Politikerin sind auf Tauchstation und wollen somit nichts zur Klärung des Falls beitragen.
Credit: APA
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