Wien – Der Verkehr auf Wiens Autobahnen und Schnellstraßen hat im ersten Quartal 2026 erneut abgenommen. Laut einer aktuellen Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) auf Basis von Daten der Asfinag wurden vor allem auf der A23 Südosttangente und der A22 Donauuferautobahn deutlich weniger Fahrzeuge gezählt. Doch was steckt hinter diesem Trend?
Rückgang auf den Hauptverkehrsadern
Die A23, Wiens meistbefahrene Autobahn, verzeichnete bei der Zählstelle St. Marx einen Rückgang von 5.000 Pkw pro Tag im Vergleich zum Vorjahr. An Werktagen waren es sogar 5.600 weniger. Ähnlich sieht es auf der A22 aus: Bei der Zählstelle Fännergasse wurden täglich 2.800 Pkw weniger gezählt, an Werktagen 3.400. „Die gestiegenen Spritpreise und die gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel spielen hier eine große Rolle“, erklärt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.
Pendelverkehr bleibt Herausforderung
Trotz des positiven Trends bleibt der Pendelverkehr ein Sorgenkind. „Hier gibt es noch enormes Potenzial, den Spritverbrauch zu reduzieren“, so Schenk weiter. Unternehmen könnten durch Maßnahmen wie Öffi-Jobtickets, Leasingräder oder Homeoffice-Lösungen einen wichtigen Beitrag leisten. „Das entlastet nicht nur die Umwelt, sondern auch die Geldbörsen der Beschäftigten.“
Öffis und Fahrräder auf dem Vormarsch
In Wien verzichten bereits 63 Prozent der Bevölkerung weitgehend auf das Auto, wie eine weitere VCÖ-Analyse zeigt. Stattdessen dominieren öffentliche Verkehrsmittel und das Zu-Fuß-Gehen den Alltag. 40 Prozent der Wiener nutzen täglich die Öffis, 73 Prozent sind zu Fuß unterwegs. „Das dichte Verkehrsnetz und die gute Nahversorgung machen es leicht, das Auto stehen zu lassen“, betont der VCÖ.
Maßnahmen für die Zukunft
Um den Verkehr weiter zu reduzieren, fordert der VCÖ zusätzliche Schnellbus-Systeme mit eigenen Spuren und eine bessere Radinfrastruktur. Auch die Initiative „Autofasten“, unterstützt von der katholischen und evangelischen Kirche, soll Menschen motivieren, öfter auf das Auto zu verzichten.
Quellen: oe24.at, VCÖ, meinbezirk.at, w24.at
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