VW-Chef Blume droht mit weiteren 50.000 Jobs: „Kosten müssen sinken“

VW-Chef Blume droht mit weiteren 50.000 Jobs: „Kosten müssen sinken“

Der Sparkurs bei Volkswagen geht in die nächste, deutlich härtere Runde: Konzernchef Oliver Blume hat gegenüber der Belegschaft mit dem Abbau von bis zu 50.000 weiteren Arbeitsplätzen weltweit gedroht – zusätzlich zu den bereits vereinbarten Kürzungen.

Ein interner Brandbrief mit klarer Botschaft

Wie Reuters unter Berufung auf ein internes Memo berichtet, das der Nachrichtenagentur vorliegt, macht Blume darin die schlechte Kostenstruktur des Konzerns für die Notwendigkeit weiterer Einschnitte verantwortlich. Die Gemeinkosten von Volkswagen lägen demnach 20 Prozent höher als bei vergleichbaren Unternehmen. „Da die Hälfte der Gemeinkosten aus den Personalkosten resultiert, würde eine theoretische Ableitung ohne Veränderung der Arbeitskosten rund 50.000 Stellen weltweit ergeben“, schreibt der Konzernchef laut Reuters in dem Schreiben. Wichtig zur Einordnung: Diese 50.000 Stellen kämen zusätzlich zu jenem Personalabbau, auf den sich der Konzern bereits mit der Arbeitnehmerseite geeinigt hatte – darunter auch Kürzungen bei den Tochtermarken Porsche und Audi.

Vage bei der konkreten Umsetzung

Zur tatsächlichen Umsetzung blieb Blume in dem Memo vorerst zurückhaltend. Derzeit werde in allen Marken, Gesellschaften und Regionen geprüft, welche Anpassungen tatsächlich notwendig und umsetzbar seien, heißt es in dem Dokument. „Sobald Entscheidungen getroffen werden, informieren wir transparent und umfassend.“ Bislang habe man keine Details des bereits seit Jänner erarbeiteten Sparplans genannt, weil die Zustimmung der zuständigen Gremien noch ausstehe.

Ein Plan, der bereits einmal gescheitert ist

Der Vorstoß fällt in eine ohnehin angespannte Phase innerhalb des Konzerns. Wie Bloomberg berichtet, hatte der Aufsichtsrat vergangene Woche bereits über Blumes umfassenderen Restrukturierungsplan beraten – Insidern zufolge wurde dieser dabei von der Mehrheit aus Arbeitnehmervertretern und dem Land Niedersachsen zunächst abgeschmettert. Laut oe24.at unter Berufung auf dieselben Kreise kämen die Gespräche im Aufsichtsrat aber, anders als es nach diversen Medienberichten den Anschein habe, durchaus gut voran.

Werksschließungen weiterhin ein heikles Thema

Besonders brisant bleibt die Frage möglicher Werksschließungen in Deutschland. Laut Reuters geht Blume davon aus, dass in Europa eine Überkapazität von 500.000 Fahrzeugeinheiten abgebaut werden müsse. „Die Wahrheit ist auch, dass wir heute für die Werke Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm in den 30er-Jahren noch keine wettbewerbsgerechte Belegung bestätigen können“, zitiert Reuters den Konzernchef aus dem Memo. Dennoch bevorzuge er „intelligentere Lösungen“ als eine tatsächliche Schließung – als mögliche Alternativen hatte Blume zuvor bereits Rüstungsproduktion oder die Fertigung chinesischer VW-Modelle in den betroffenen europäischen Werken ins Spiel gebracht.

Der Druck von mehreren Seiten

Volkswagen kämpft derzeit mit gleich mehreren Belastungsfaktoren: US-Zöllen in Milliardenhöhe, scharfer Konkurrenz aus China sowie einer im ersten Quartal 2026 deutlich gesunkenen operativen Marge von nur noch 3,3 Prozent. Konzern-Finanzvorstand Arno Antlitz hatte die Dringlichkeit weiterer Einschnitte bereits zuvor in einem LinkedIn-Beitrag unterstrichen: Die geplanten Kostensenkungen reichten in diesem Umfeld nicht aus, das Geschäftsmodell müsse grundlegend transformiert werden. Ob und in welchem Umfang der nun drohende weitere Stellenabbau tatsächlich umgesetzt wird, hängt von der weiteren Zustimmung der Kontrollgremien ab – eine Entscheidung, die angesichts der bereits gescheiterten ersten Abstimmung in den kommenden Wochen und Monaten für weiteren Konfliktstoff sorgen dürfte.

Credits: Alexander-93 – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=137543479

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