Vorwahl-Hammer in Neunkirchen: Machen SPÖ und FPÖ gemeinsame Sache?

Vorwahl-Hammer in Neunkirchen: Machen SPÖ und FPÖ gemeinsame Sache?

Der Wahlkampf um die Bezirkshauptstadt Neunkirchen ist im vollen Gange. Zur Erinnerung: Nach der Polit-Posse um die Budget-Erstellung durch ÖVP und FPÖ vergangenes Jahr schloss die Landes-FPÖ ihre Gemeinderäte aus der Partei aus. Blaue Parteibosse aus Land und Bund passten die „aufmüpfigen“ Gemeinderäte mutmaßlich sogar vor ihren Haustüren ab. Als Reaktion auf die Parteispaltung der FPÖ witterte die Opposition ihre Chance und erzwang unter Führung der SPÖ Neuwahlen.

Während die ÖVP mit ihrem amtierenden Bürgermeister Peter Teix auch nach der Wahl im Rathaus sitzen will, setzen SPÖ und FPÖ auf mehr oder weniger neue Gesichter. Warum mehr oder weniger? Für die Roten geht bekanntlich Günther Kautz ins Rennen, also jener Mann, der noch vor zwei Jahren seinen Rückzug aus der Stadtpolitik mit den Worten „Die Neunkirchnerinnen und Neunkirchner haben mich nicht verdient“ bekanntgab. 

Für die FPÖ tritt Helmut Fiedler an, seines Zeichens FPÖ Landtagsabgeordneter, Landesgeschäftsführer und Bildungssprecher. Um ihn gab es erst vor wenigen Wochen Aufregung, provozierte er doch mit zusammengeschnittenen Schlagzeilen auf seinen Wahlplakaten die aktuelle Stadtregierung – sogar von Fake-News-Fiedler war die Rede. So unterschiedlich die beiden Charaktere auch sein mögen, auf den zweiten Blick dürfte sie mehr als nur ein Wahltermin verbinden. 

Exxtra24 wird von mehreren Seiten bestätigt, dass bereits Wochen vor der Wahl zwischen SPÖ und FPÖ eine Koalition vereinbart wurde – so sich diese rechnerisch ausgeht. Davon will Günther Kautz auf exxtra24-Anfrage allerdings nichts wissen: “Ich habe als Spitzenkandidat mit Hrn. Mag Fiedler von der FPÖ definitiv kein Gespräch geführt”, so Kautz in einer Stellungnahme. 

So oder so eine groteske Situation mit Alleinstellungsmerkmal: Eine Koalition von Babler-SPÖ und Kickl-FPÖ war bislang undenkbar. Günther Kautz gilt als enger Vertrauter von Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig. Immerhin war sie mit dem Ehrenschutz des SPÖ-Fackelzuges am 30. April in Neunkirchen betraut. Also ausgerechnet jene Dame, die mutmaßlich von Andreas Babler in einer Nacht und Nebel Aktion nach Niederösterreich entsendet wurde, um gegen den niederösterreichischen Landesparteivorsitzenden Sven Hergovich zu kandidieren. Mit bekanntlich wenig Erfolg. Es bleibt abzuwarten, ob sich tatsächlich eine neue politische Ära auftut und Rot-Blau in Neunkirchen zur Realität wird. Am Wort sind die Wähler.

Helmut Fiedler hat auf eine exxtra24-Anfrage bis Redaktionsschluss nicht geantwortet.

Credits: https://noe-landtag.gv.at/personen/helmut_fiedler / https://www.spoe-neunkirchen.at/team/

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x