USA und Iran kurz vor Deal: 60-Tage-Waffenstillstand und Öffnung der Hormuzstraße

USA und Iran kurz vor Deal: 60-Tage-Waffenstillstand und Öffnung der Hormuzstraße

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran könnte sich seinem vorläufigen Ende nähern. Laut einem Bericht der Financial Times steht ein Abkommen unmittelbar bevor – mit einem 60-tägigen Waffenstillstand, einer schrittweisen Öffnung der Hormuzstraße und einem Rahmen für Atomgespräche. Doch der Teufel steckt im Detail.

Was im Deal stehen soll

Wie 20min.ch unter Berufung auf die Financial Times berichtet, sieht der Entwurf eine Verlängerung des seit April geltenden Waffenstillstands um 30 bis 60 Tage vor. Gleichzeitig soll ein Rahmen für Gespräche über das iranische Atomprogramm geschaffen werden. Konkret enthält das Abkommen laut Financial Times drei Kernpunkte: Die Straße von Hormuz wird schrittweise wieder geöffnet, die USA lockern die Blockade iranischer Häfen, und beide Seiten verpflichten sich zu Verhandlungen über das Nuklearprogramm. Laut Reuters soll das Abkommen in drei Schritten umgesetzt werden.

Trump erklärte gegenüber Axios, er werde voraussichtlich bis Sonntag entscheiden, ob er den Krieg wieder aufnehme oder ein Deal zustande komme. „Es gibt einen Entwurf“, sagte er laut 20min.ch gegenüber CBS. Und: „Jeden Tag kommen sie näher.“

Was der Iran will – und was Trump ursprünglich forderte

Die Positionen liegen noch immer weit auseinander. Wie Euronews berichtet, hat Trump ursprünglich eine weitgehende Einschränkung der iranischen Nuklearaktivitäten gefordert. Der Iran hingegen drängt auf ein begrenzteres Abkommen, das die Wiederöffnung der Hormuzstraße und die Aufhebung der US-Blockade bereits vor weiteren Verhandlungen vorsieht. Das iranische Außenministerium erklärte laut Euronews, der iranische Vorschlag verlange, dass die USA die iranische Souveränität über die Hormuzstraße anerkennen – was laut Experten gegen internationales Seerecht verstoßen würde.

Wie der Tagesspiegel berichtet, erklärte ein Sprecher des iranischen Außenministeriums noch am 22. Mai, die Differenzen seien „tief und signifikant.“ Nuklearfragen würden vom Iran nicht zur Diskussion gestellt – eine klare Absage an Trumps Kernforderung.

Israel als unbekannte Variable

Wie 20min.ch unter Berufung auf den Forscher Robert Kagan festhält, warnen Kritiker, der Iran gehe gestärkt aus dem Konflikt hervor. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hatte zuletzt betont, der Konflikt sei erst dann beendet, wenn die iranischen Atomanlagen zerstört seien – eine Haltung, die jeden möglichen Deal zwischen Washington und Teheran erheblich kompliziert.

Hintergrund: Wie der Krieg begann

Der Iran-Krieg begann laut Wikipedia am 28. Februar 2026, als die USA und Israel koordinierte Angriffe auf iranische Militär- und Nuklearanlagen durchführten – darunter die Tötung von Oberster Führer Ali Chamenei. Als Reaktion blockierte der Iran die Hormuzstraße und griff US-Stützpunkte und israelische Ziele an. Die USA verhängten ab 13. April eine Seeblockade gegen den Iran. Seitdem gilt eine brüchige Waffenruhe.

Credits: APA

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