Trump will Straße von Hormus zu US-Territorium erklären – Iran spricht von „Wahnvorstellungen“

Trump will Straße von Hormus zu US-Territorium erklären – Iran spricht von „Wahnvorstellungen“

Mit einer bemerkenswerten Ankündigung sorgt US-Präsident Donald Trump für neue Spannungen im ohnehin schwelenden Konflikt mit dem Iran. Er wolle die strategisch bedeutende Meerenge von Hormus nach dem Ende des Kriegs zu US-Territorium erklären. Teheran reagierte prompt und scharf.

Die Ankündigung im Wortlaut

Bei einem Auftritt im Bundesstaat New York äußerte sich Trump unmissverständlich zu seinen Plänen. „Sobald wir den Iran besiegt haben – der gerade eine vernichtende Niederlage erleidet –, werde ich die Hormus-Straße zum Territorium der Vereinigten Staaten erklären“, sagte er, wie derStandard berichtet. Der US-Sender NBC News zitiert Trump mit der Formulierung, die USA würden die internationale Wasserstraße durch die eigene Marineblockade iranischer Häfen bereits faktisch kontrollieren. Genauer führte der Präsident seine Absicht nicht aus.

Iran weist die Ankündigung scharf zurück

Die Reaktion aus Teheran folgte prompt und deutlich. Irans stellvertretender Außenminister Kazem Gharibabadi erklärte auf der Plattform X: „Die Straße von Hormus kann nicht durch einen Tweet erobert werden, nicht durch einen Flugzeugträger, nicht durch einen Befehl und nicht durch eine Wahlkampfrede. Der Iran fürchtet weder Drohungen noch lässt er sich von Machtdemonstrationen einschüchtern“, wie der US-Sender NBC News aus seinem Beitrag zitiert. Weiter forderte Gharibabadi die USA auf, „die Realität der Niederlage zu akzeptieren und mit ihren Wahnvorstellungen aufzuhören“ – solange dies nicht geschehe, werde der Iran seine Blockade fortsetzen.

Auch Irans Justizchef meldet sich zu Wort

Noch deutlicher wurde der Vorsitzende des iranischen Justizrats, Gholam-Hossein Mohseni-Eje’i. „Der Unsinn und die Erfindungen des kriminellen Präsidenten Amerikas bezüglich der Straße von Hormus entspringen den Wahnvorstellungen dieser hohlköpfigen Person“, schrieb er laut dem Sender Fox News auf X. „In der realen Welt ist der Besitzer und Herrscher dieser lebenswichtigen globalen Wasserstraße das islamische Iran.“

Ein brüchiges Abkommen als Hintergrund

Trumps Vorstoß trifft auf eine ohnehin fragile diplomatische Ausgangslage. Wie Euronews berichtet, hatten beide Seiten im Rahmen eines im Juni vereinbarten „Memorandum of Understanding“ eigentlich festgelegt, dass der Iran die Wasserstraße wieder öffnen und sich verpflichten müsse, keine Atomwaffen zu entwickeln – im Gegenzug sollten die USA ihre Marineblockade aufheben und Sanktionen gegen Teheran fallen lassen. Für die Umsetzung eines endgültigen Abkommens war den beiden Ländern eine Frist von 60 Tagen eingeräumt worden. Seither werfen sich Washington und Teheran gegenseitig vor, die Vereinbarung zu verletzen.

Kein Zufall: Erneuter Angriff auf ein Schiff

Brisant ist der Zeitpunkt von Trumps Äußerung auch deshalb, weil sie mit einem weiteren Zwischenfall auf der Wasserstraße zusammenfällt. Wie der US-Sender CNBC berichtet, wurde laut dem britischen Zentrum für Seehandelsoperationen (UKMTO) ein Massengutfrachter von einem unbekannten Projektil in der Meerenge getroffen. Vor dem Krieg liefen rund 20 Prozent der weltweiten Ölversorgung durch die Straße von Hormus, wie Al Jazeera dokumentiert – Iran hatte den Schiffsverkehr dort nach Kriegsbeginn massiv eingeschränkt.

Spürbare Folgen für die US-Bevölkerung

Der anhaltende Konflikt macht sich inzwischen auch im US-Alltag bemerkbar: Der durchschnittliche Preis für eine Gallone Benzin lag laut dem Automobilclub AAA zuletzt bei 4,07 US-Dollar – deutlich über dem Vorjahreswert von 3,15 US-Dollar, wie CNBC berichtet.

Kein Einzelfall in Trumps Außenpolitik

Trumps Ankündigung reiht sich in ein wiederkehrendes Muster ein: Bereits in seiner zweiten Antrittsrede 2025 hatte er die Vision einer „wachsenden Nation“ formuliert und seither wiederholt Druck auf Kanada sowie auf das autonome dänische Territorium Grönland ausgeübt, ihre Souveränität abzutreten, wie Al Jazeera in Erinnerung ruft. Auch beim aktuellen Auftritt in New York ging es Trump vor allem um Wahlkampfunterstützung: Er trat dort zur Unterstützung republikanischer Kandidaten für die anstehenden Zwischenwahlen 2026 auf, bei denen die Mehrheit im US-Kongress auf dem Spiel steht.

Ein Krieg mit sinkender Zustimmung

Trotz Trumps wiederholten Siegesbeteuerungen bleibt der Krieg in der US-Bevölkerung höchst unpopulär. Eine Ende Juli veröffentlichte Umfrage der Quinnipiac University ergab, dass 60 Prozent der US-Wähler ein militärisches Vorgehen gegen den Iran ablehnen, wie Al Jazeera berichtet. Berichten zufolge sind zudem die Möglichkeiten für eine weitere militärische Eskalation begrenzt, da die US-Munitionsbestände bereits stark beansprucht sind.

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