Trennung nach Jahrzehnten: Thomas Brezina und der ORF gehen getrennte Wege

Trennung nach Jahrzehnten: Thomas Brezina und der ORF gehen getrennte Wege

Ein Paukenschlag im österreichischen Kinderfernsehen: Nach über 30 Jahren endet die Zusammenarbeit zwischen Thomas Brezina und dem ORF. Was steckt hinter der Entscheidung?


Ein Ende mit Knalleffekt

Es ist das Ende einer Ära: Thomas Brezina, der kreative Kopf hinter Kultformaten wie Tom Turbound Okidoki, und der ORF beenden ihre langjährige Kooperation. Wie der ORF in einer Aussendung bekannt gab, wird die Produktionsfirma KidsTV, die unter Brezinas Leitung steht, nur noch bis Ende 2025 Inhalte für das Kinderprogramm liefern. Der Grund? Eine „inhaltliche und budgetäre Neuausrichtung“, wie der ORF betont.

„Die Entscheidung fiel nicht leicht“, erklärte ORF-Generaldirektor Roland Weißmann. Brezina habe das Kinderprogramm geprägt „wie kein anderer vor ihm“. Seine Figuren und Geschichten hätten Generationen von Kindern begeistert. Doch nun wolle der ORF verstärkt auf digitale Angebote wie ORF Kids setzen, während Brezina weiterhin aufwändige TV-Produktionen favorisiere, berichtet Die Presse.


Brezina: „Ja, ich bin traurig“

Auch Thomas Brezina selbst meldete sich zu Wort. Auf Instagram schrieb er: „Ja, ich bin traurig. Denn Ideen habe ich noch viele.“ Gleichzeitig zeigte er sich dankbar für die Zusammenarbeit und betonte: „Mein Erzählen geht weiter – für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.“

Brezina, der seit 1995 federführend das ORF-Kinderprogramm mitgestaltet hat, sieht die Trennung als Chance für neue Projekte. „Kreativität hat keine Pause – sie verändert nur manchmal ihre Richtung“, so der Erfolgsautor laut ORF.at.


Streaming statt Fernsehen?

Die Entscheidung des ORF, sich von Brezinas Firma zu trennen, ist Teil einer größeren Strategie. Wie der Kurier berichtet, will der Sender künftig Synergien zwischen dem linearen Kinderprogramm und dem digitalen Angebot ORF Kids schaffen. Dieses wurde 2024 ins Leben gerufen und soll weiter ausgebaut werden.

Für Brezina, der mit Formaten wie Das Wunder DU und Knall genial das Kinderfernsehen revolutionierte, scheint dieser Fokus auf Streaming jedoch nicht der richtige Weg zu sein. Laut Die Presse setzt er weiterhin auf klassische TV-Standards – ein Ansatz, der offenbar nicht mehr in die neue ORF-Strategie passt.


Ein Abschied mit Hoffnung

Trotz der Trennung bleibt die Tür für eine zukünftige Zusammenarbeit offen. „Ich hoffe, dass unsere gemeinsame Geschichte nur unterbrochen und noch lange nicht auserzählt ist“, sagte Weißmann.

Für die Fans von Brezinas Formaten bleibt ein Trost: Die bisherigen Produktionen von KidsTV sollen weiterhin im ORF-Programm zu sehen sein. Und wer weiß – vielleicht sehen wir den „Meister des Kinderfernsehens“ bald in einer neuen Rolle wieder.


Quellen: ORF.at, Kurier, Die Presse, Joyn.at

Credits: APA

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