Erneut erschüttert ein schlimmer Fall von Jugendgewalt die Bundeshauptstadt: Ein 14-jähriger syrischer Jugendlicher steht im Verdacht, gemeinsam mit zwei Komplizen ein 16-jähriges Mädchen auf dem Riesenradplatz im Wiener Prater überfallen zu haben. Besonders schockierend: Die Tat wurde gefilmt und anschließend über soziale Medien verbreitet.
Der Übergriff ereignete sich offenbar mitten in der Öffentlichkeit. Nach bisherigen Erkenntnissen soll der 14-jährige Syrer das Mädchen mit Schlägen und Tritten attackiert und sie dabei zu Boden gebracht haben. Im Anschluss riss er ihr die Umhängetasche, in der sich 120 Euro Bargeld sowie Bluetooth-Kopfhörer befanden, gewaltsam an sich.
Freund muss Überfall hilflos mitansehen – Täter filmen sich selbst
Ein Begleiter des Opfers war zum Tatzeitpunkt anwesend, konnte jedoch nicht eingreifen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Während das Mädchen am Boden lag, hielten die mutmaßlichen Täter die Szene mit einem Handy fest. Das Video wurde anschließend über soziale Netzwerke verbreitet, offenbar um mit der Tat zu prahlen.
Erst durch eine Meldung der Mutter des Opfers im Krisenzentrum Tempelgasse kam der Fall ins Rollen. Ein Betreuer reagierte sofort und informierte die Polizei, die wenig später den 14-jährigen Haupttatverdächtigen in dem Zentrum festnehmen konnte. Bei der Durchsuchung fanden die Beamten sowohl die gestohlene Tasche als auch die Kopfhörer – beides wurde der Jugendlichen zurückgegeben.
Einer der beiden mutmaßlichen Mittäter, ein 15-jähriger Iraker, konnte laut Polizei bereits identifiziert werden. Vom dritten Beteiligten fehlt bislang jede Spur. Die Einvernahmen des Opfers und ihres Freundes stehen noch aus, sollen aber zeitnah erfolgen.
Das sichergestellte Video wird nun als zentrales Beweismittel von der Polizei ausgewertet. Die weiteren Ermittlungen hat das Landeskriminalamt Wien übernommen.
Gesellschaftliche Debatte um Jugendgewalt
Der Fall hat bereits erste Reaktionen in sozialen und politischen Kreisen ausgelöst. Angesichts des Alters der mutmaßlichen Täter und der Brutalität der Tat wird erneut über Maßnahmen gegen jugendliche Gewaltkriminalität diskutiert – ebenso wie über den verantwortungslosen Umgang mit Gewaltvideos im Netz.
Die Polizei appelliert an Zeugen, sich zu melden, falls sie den Vorfall beobachtet oder Hinweise zu den weiteren Tätern haben. Auch die Verbreitung des Videos selbst könnte strafrechtliche Folgen haben, sollten weitere Personen identifiziert werden, die daran beteiligt waren.
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