Am Donnerstag soll der SPÖ-Vorstand Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner und Klubobmann Philip Kucher zu geschäftsführenden Obleuten bestimmen. In einer E-Mail an den Vorstand stellen die beiden klar, dass ihre Rolle zeitlich begrenzt ist. In der Partei wächst laut oe24 zugleich die Sorge, dass Andreas Babler bis zu seinem Abgang noch für Unruhe sorgen könnte.
„Viele Stimmen, eine Sprache“
In der E-Mail, die oe24 vorliegt, betonen Holzleitner und Kucher, sie wollten die verschiedenen Lager innerhalb der SPÖ wieder vereinen. Ihr Motto: „Viele Stimmen, eine Sprache.“ Zugleich machen sie unmissverständlich klar, beim kommenden Parteitag „nicht kandidieren“ zu wollen. Laut oe24 waren die beiden am Ende die Einzigen, die bereit waren, kurzfristig Verantwortung zu übernehmen. Wann genau der Parteitag stattfindet, ist noch offen: oe24 nennt April, „Heute“ März, offiziell ist bisher vom Frühjahr 2027 die Rede.
„Keine andere Lösung möglich“
Den langsamen Übergang verteidigen SPÖ-Spitzenvertreter gegenüber oe24 damit, dass es „keine andere Lösung“ gegeben habe. Babler hätte demnach weder einen anderen Zeitplan noch einen anderen Nachfolger akzeptiert. Der steirische SPÖ-Chef Max Lercher sprach im ORF Steiermark von einem „mühevollen Kompromiss“. Nach dem Fahrplan bleibt Babler bis Anfang 2027 Vizekanzler, dann soll Finanzminister Markus Marterbauer übernehmen. In seinem Video an die Mitglieder kündigte Babler an, den Parteivorsitz zum selben Zeitpunkt zurückzulegen.
Sorge vor „Troubles“
Ganz trauen will man dem Frieden in der Partei offenbar nicht. „In der roten Welt“ fürchten laut oe24 einige, Babler „könnte noch Troubles machen“. Holzleitner und Kucher, die beide auch an den Koordinationssitzungen der Regierung teilnehmen, sollen genau darauf achten. Namentlich äußert sich dazu niemand.
Wunschkandidat Marterbauer
Als Wunschkandidat für den Parteivorsitz gilt laut oe24 Marterbauer. Ob er nach seiner Behandlung tatsächlich auch die Partei führen will, bleibe abzuwarten. Öffentlich hat er sich dazu bisher nicht geäußert.
Und Zeiler?
Offen ist auch, wie es mit Gerhard Zeiler weitergeht. Laut oe24 dürfte er sein „Angebot an die SPÖ“ am Mittwoch eher zurückziehen; bestätigt ist das bisher nicht. Am Wochenende hatte Zeiler noch betont, „überhaupt nicht“ an einen Rückzug zu denken. Theoretisch könnte er die Parteispitze über die Basis herausfordern: Unterstützen ihn zehn Prozent der Mitglieder, kann laut Statut eine Direktwahl des Vorsitzenden erzwungen werden, wie die Grazer Politikwissenschafterin Kathrin Praprotnik im ORF Steiermark erklärte.
Credits: Parlamentsdirektion/Thomas Topf
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