Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Samstagabend eindringlich gewarnt. Wenige Stunden später folgte der Einschlag: Kiew wurde in der Nacht auf Sonntag von einem massiven russischen Raketen- und Drohnenangriff erschüttert.
Drohnen treffen Noworossijsk – und lösen Vergeltungsdrohung aus
Auslöser der aktuellen Eskalation war ein weiterer ukrainischer Drohnenangriff auf die russische Schwarzmeer-Metropole Noworossijsk. Wie die Kronen Zeitung berichtet, geriet dabei der Ölterminal Gruschowaja des russischen Energiekonzerns Transneft in Brand – eine der größten Öllagerstätten im Kaukasus mit unterirdischen und oberirdischen Reservoirs sowie einem Umschlagplatz. Der operative Stab der Region Krasnodar bestätigte laut Krone, dass Teile einer abgeschossenen Drohne auf das Gelände gefallen seien. Zwei Menschen wurden verletzt.
Selenskyj kommentierte den Angriff auf Telegram: „Gerade Öl und Gas haben Russland so arrogant gemacht, dass es sich heute erlaubt, in der modernen Welt Krieg zu führen.“ Er kündigte weitere Schläge mit neuartigen Langstrecken-Drohnen an. Das russische Verteidigungsministerium meldete in der Nacht den Abschuss von 348 ukrainischen Drohnen – eine von unabhängiger Seite nicht überprüfbare Zahl. Schäden wurden auch aus der Region Perm gemeldet, wo in einem Chemiebetrieb ein Feuer ausbrach.
Selenskyj warnte vor Oreschnik – dann traf der Angriff Kiew
Noch am Samstagabend warnte Selenskyj auf Telegram vor einem russischen Vergeltungsschlag mit der Hyperschallrakete „Oreschnik“. Wie der Tagesspiegel berichtet, erklärte er: „Unsere Nachrichtendienste haben Berichte erhalten, einschließlich von amerikanischen und europäischen Partnern, wonach Russland einen Schlag mit der Oreschnik-Rakete vorbereitet.“ Auch die US-Botschaft in Kiew warnte laut Tagesspiegel, es könne „jederzeit innerhalb der kommenden 24 Stunden“ ein „möglicherweise bedeutsamer Luftangriff erfolgen.“
Wie t-online.de berichtet, traf kurz darauf ein massiver Angriff mit ballistischen Raketen und Drohnen Kiew. Bürgermeister Vitali Klitschko bestätigte auf Telegram mindestens einen Toten – eine Rakete hatte ein Wohnhaus getroffen. Mehrere weitere Menschen wurden verletzt. Polen schickte als Vorsichtsmaßnahme Kampfjets in den eigenen Luftraum.
Die „Wunderwaffe“: Oreschnik und warum sie kaum abzufangen ist
Die Oreschnik ist eine atomwaffenfähige Hyperschall-Mittelstreckenrakete mit einer Geschwindigkeit von bis zu 12.000 km/h und einer Reichweite von bis zu 5.500 Kilometern. Wie Oberst Markus Reisner vom österreichischen Bundesheer gegenüber der Kronen Zeitung erklärte, gilt sie als „unmöglich abzufangen“ – selbst modernste Abwehrsysteme wie die israelisch-amerikanische „Arrow“ täten sich mit den multiplen Gefechtskörpern schwer. Russland hat die Rakete seit Kriegsbeginn bereits mehrfach eingesetzt – zuletzt im Jänner 2026 gegen die Westukraine, wie t-online.de berichtet.
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