Schüsse in Montréal: Polizist und Zivilist tot – Täter verfasste frauenfeindliches Manifest

Schüsse in Montréal: Polizist und Zivilist tot – Täter verfasste frauenfeindliches Manifest

Ein bewaffneter Mann hat am Montag in Montréal einen Polizisten und einen Zivilisten erschossen. Er selbst wurde von Sicherheitskräften getötet. Medienberichten zufolge verfasste der Täter zuvor ein frauenfeindliches Manifest.

Notruf, Beschuss, Eskalation

Der Vorfall begann laut Wikipedia am Montag um 11:35 Uhr Ortszeit, als ein Zeuge per Notruf meldete, eine Schusswaffe aus einem Fenster ragen zu sehen. Als Beamte des Montréaler Stadtpolizeidienstes SPVM am Tatort – einem Hotel im Viertel Côte-des-Neiges – eintrafen, wurden sie sofort unter Beschuss genommen, wie t-online und die Rhein-Neckar-Zeitung unter Berufung auf dpa berichten. Daraufhin rückten gepanzerte Fahrzeuge und schwer bewaffnete Einheiten an. Die Polizei warnte die Bevölkerung vor einem „bewaffneten und gefährlichen Verdächtigen“ und sperrte mehrere Straßen und U-Bahn-Abschnitte.

Drei Tote, eine Schwerverletzte

Am Ende des Einsatzes standen drei Tote: ein Polizeibeamter, ein Zivilist und der mutmaßliche Angreifer selbst, der von den Einsatzkräften erschossen wurde, wie die Polizei laut dpa mitteilte. Eine Polizistin wurde bei dem Einsatz durch Schüsse schwer verletzt und musste ins Spital gebracht werden – laut 20 Minuten schwebt sie nicht mehr in Lebensgefahr. Polizeigewerkschaft und Polizeipräsident Fady Dagher bezeichneten den Tag als „Alptraum“. Laut Polizeisprecher wurde seit 24 Jahren kein Montréaler Polizist mehr im Dienst getötet, wie t-online berichtet.

Incel-Manifest als mögliches Motiv

Besonders brisantes Detail: Medienberichten zufolge soll der Täter vor der Tat ein schriftliches Manifest verfasst haben. Das Dokument soll laut 20 Minuten und derStandard hasserfüllte Sprache enthalten haben, die typisch für die sogenannte Incel-Bewegung ist – eine antifeministische Online-Community, die Frauen für die eigene Unattraktivität verantwortlich macht und teils offen Gewalt gegen Frauen befürwortet. Die Ermittlungen zu Inhalt und Verbreitung des Manifests laufen noch. Ein terroristisches Motiv schlossen die Behörden aus, weitere Verdächtige gebe es nicht, wie dpa berichtet.

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