In Salzburg wird es ernst: Bis Ende des Jahres wird Bargeld für Asylwerber abgeschafft. Stattdessen kommt eine Bezahlkarte, die den Alltag der rund 2.150 Betroffenen revolutionieren soll. Doch was steckt hinter dieser Maßnahme, und warum sorgt sie für so viel Aufsehen?
Strenge Regeln für die neue Bezahlkarte
Die neue Karte funktioniert wie eine Kreditkarte – mit einem entscheidenden Unterschied: Bargeldabhebungen sind nicht möglich. Pro Person gibt es sieben Euro täglich für Essen und ein monatliches Taschengeld von 40 Euro. Alkohol, Glücksspiel und Auslandsüberweisungen? Fehlanzeige! Diese Ausgaben sind strikt gesperrt. Laut Soziallandesrat Wolfgang Fürweger (FPÖ) soll so Missbrauch verhindert und die Verwendung der staatlichen Unterstützung transparenter gestaltet werden.
Pilotprojekt: Erfolg oder Flop?
Im Asylquartier Salzburg-Süd wurde das System bereits getestet. Die meisten Bewohner akzeptierten die Karte, größere technische Probleme blieben aus. Doch es gab auch Schattenseiten: Mitglieder einer deutschen Hilfsorganisation sollen versucht haben, das System zu umgehen, indem sie Gutscheine gegen Bargeld eintauschten. Fürweger reagierte empört: „Das geht gar nicht!“ Das Land kündigte an, künftig hart durchzugreifen – mit Wegweisungen und Verwaltungsstrafen.
Kritik und Konsequenzen
Die Maßnahme stößt nicht überall auf Begeisterung. Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Einschränkungen, während die Landesregierung auf die Vorteile pocht: weniger Bargeld, mehr Kontrolle. „Asyl ist Schutz auf Zeit“, betonte Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek (FPÖ). Die Karte könne nur innerhalb Salzburgs genutzt werden – Ausflüge in andere Bundesländer seien nicht vorgesehen.
Ein Blick in die Zukunft
Bis Ende 2026 sollen alle 180 Asylquartiere in Salzburg auf das neue System umgestellt sein. Ob die Bezahlkarte langfristig Akzeptanz findet oder weitere Kritik auslöst, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: Salzburg setzt mit dieser Maßnahme ein klares Zeichen.
Quellen: exxpress.at, salzburg.orf.at, heute.at, salzburg24.at
Credits: APA
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