Handyverbot an der Schule, Laptops erst später, Appelle an die Eltern: Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) macht die Bildschirmzeit von Kindern zu einem seiner Kernthemen. Am Mittwoch lädt er Experten und Betroffene zu einem Runden Tisch. Das Ziel: konkrete Empfehlungen, wie Kinder weniger Zeit vor Bildschirmen verbringen.
Wer mit am Tisch sitzt
Eingeladen sind laut oe24 neben Schulpartnern und Schulleitungen auch Kinder-, Jugend- und Elternorganisationen, die Kinder- und Jugendanwaltschaft, Fachleute von Organisationen wie Saferinternet.at sowie Vertreter aus Kindermedizin, Ergotherapie und Psychotherapie. Wiederkehr wirbt schon länger dafür, digitale Medien in der Schule wie zu Hause erst später und gezielter einzusetzen.
Der Einstieg beginnt im Babyalter
Wie früh Kinder heute mit Bildschirmen in Kontakt kommen, zeigt eine Studie von Saferinternet.at: Befragt wurden 400 Eltern von Kindern bis sechs Jahre. Demnach kommen Kinder im Durchschnitt mit rund einem Jahr erstmals mit digitalen Geräten in Kontakt, 72 Prozent der Null- bis Sechsjährigen nutzen internetfähige Geräte zumindest gelegentlich. Am häufigsten verwenden sie Tablet, Smartphone und internetfähigen Fernseher. Die Zahlen stammen allerdings aus dem Jahr 2020, neuere Vergleichsdaten dieser Art gibt es nicht. Saferinternet.at hat im Februar mit der Broschüre „Bildschirmfrei von Null bis Drei!“ reagiert, die sich an Eltern in den ersten drei Lebensjahren richtet.
Vom Handyverbot bis zum späteren Laptop
Eine der ersten Maßnahmen Wiederkehrs als Minister war das Smartphone-Verbot in den ersten acht Schulstufen. Handys bezeichnete er als „Konzentrationskiller“ und machte ihre ausufernde Nutzung auch für zunehmende soziale Probleme an Schulen mitverantwortlich. Bei den Schülerlaptops, die zu Beginn der Mittelschule beziehungsweise AHS-Unterstufe ausgegeben werden, ließ er den Jugendschutz verstärken. Dass die Kinder die Geräte wegen des Budgetsparkurses nun erst eineinhalb Jahre später bekommen als bisher, verkauft Wiederkehr auch als pädagogisch sinnvoll: Zuerst sollten „Grundlagen in Lesen, Schreiben, sozialer Interaktion und Konzentrationsfähigkeit“ gelernt werden, man dürfe „das Haptische“ nicht vernachlässigen.
Auch die Eltern sind gefordert
Bei allem Engagement der Schule sieht Wiederkehr die Verantwortung zu einem großen Teil zu Hause. Er appellierte an die Eltern, als Vorbild auch die eigene Bildschirmzeit zu reduzieren. Ob aus dem Runden Tisch verbindliche Maßnahmen oder vor allem Empfehlungen werden, dürfte sich nach dem Treffen am Mittwoch zeigen.
Credits: BKA/Valentin Brauneis
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