Protest vor dem Kanzleramt: Forderung nach Erbschaftssteuern wird laut

Protest vor dem Kanzleramt: Forderung nach Erbschaftssteuern wird laut

Am Donnerstag versammelten sich zahlreiche Organisationen vor dem Bundeskanzleramt in Wien, um ein klares Zeichen zu setzen: Die Einführung von Erbschafts- und Schenkungssteuern steht ganz oben auf ihrer Agenda. Mit einer eindrucksvollen Kundgebung und einer Resolution, die an den Generalsekretär des Bundeskanzleramts, Andreas Grad, übergeben wurde, machten sie ihrem Anliegen Nachdruck.

„Superreichtum ist untragbar“

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In Österreich besitzt das reichste ein Prozent der Bevölkerung unglaubliche 40 Prozent des gesamten Vermögens. Volkshilfe-Geschäftsführer Erich Fenninger brachte es auf den Punkt: „Wir können uns euren Superreichtum nicht leisten.“ Unterstützt wird diese Forderung von insgesamt 59 Organisationen, darunter die Arbeiterkammer (AK), die Gewerkschaft GPA und die Volkshilfe.

Österreich im OECD-Vergleich abgeschlagen

Ein Blick über die Landesgrenzen zeigt, wie weit Österreich hinterherhinkt. Während in Ländern wie Frankreich (7,8 Prozent) oder dem Vereinigten Königreich (10,9 Prozent) vermögensbezogene Steuern einen erheblichen Anteil am Steueraufkommen ausmachen, liegt dieser Wert in Österreich bei unter einem Prozent. Laut Berechnungen der Organisationen könnte eine Anpassung an den OECD-Durchschnitt bis zu neun Milliarden Euro zusätzlich in die Staatskassen spülen.

„Reiche müssen mehr beitragen“

AK-Chefökonom Mathias Schnetzer fand deutliche Worte: „Während die Ärmsten in die saure Zitrone beißen, genießen die Superreichen ihre Zitronen in Cocktails.“ Auch ÖGB-Bundesgeschäftsführerin Helene Schuberth forderte eine gerechtere Verteilung: „Wer Millionen erbt, muss einen fairen Beitrag leisten.“ Die vorgeschlagene Lösung: Eine Erbschafts- und Schenkungssteuer mit hohen Freibeträgen und progressiven Steuersätzen.

Unterstützung von den Grünen

Die Grünen, die sich seit Monaten für eine ähnliche Steuer einsetzen, begrüßten die Initiative. Jakob Schwarz, Budgetsprecher der Grünen, bezeichnete die Allianz der Organisationen als „starkes Signal“ und betonte, dass die Forderung nach einer fairen Besteuerung der Superreichen längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei.

Quellen: oe24.at, APA
Credits: APA

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