Gift-Krimi um Babybrei: Wie gefährlich das manipulierte Hipp-Glas wirklich war

Gift-Krimi um Babybrei: Wie gefährlich das manipulierte Hipp-Glas wirklich war

Es ist der absolute Albtraum für alle Eltern: Babynahrung, die mit Rattengift versetzt ist. Im Burgenland ermittelt die Polizei nach einem beispiellosen Erpressungsfall gegen den Hersteller Hipp auf Hochtouren. Nun bringt ein neues Gutachten Licht ins Dunkel und zeigt, was passiert wäre, wenn ein Kind den vergifteten Brei gegessen hätte.

Erleichterung, aber keine Entwarnung

Wie oe24 und der Kurier berichten, liegt der Staatsanwaltschaft Eisenstadt mittlerweile ein toxikologisches Gutachten vor. Die gute Nachricht: Der Verzehr des in Schützen am Gebirge sichergestellten Gläschens wäre für ein Baby nicht lebensgefährlich gewesen. Die Ermittler stellten genau 15 Mikrogramm Rattengift in dem Brei „Karotten mit Kartoffeln“ fest.

Dennoch hätte diese Dosis spürbare gesundheitliche Folgen gehabt. Laut dem Gutachten war die Menge hoch genug, um die Blutgerinnung zu beeinträchtigen, was zu mild verlaufenden Blutungen geführt hätte. Die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit riet betroffenen Familien bereits früh, bei Symptomen wie extremer Blässe oder Blutungen sofort einen Arzt aufzusuchen.

Ein perfider Erpressungsversuch

Hinter der abscheulichen Tat steckt offenbar ein eiskalter Plan. Hipp ist das Opfer einer Erpressung geworden, bestätigte das Unternehmen selbst. Ein 39-jähriger Verdächtiger, ein ehemaliger Mitarbeiter des Unternehmens, sitzt seit Kurzem in Untersuchungshaft. Er soll laut Ermittlern die Gläser in Supermärkten in Österreich, der Slowakei und Tschechien platziert haben. Der Mann bestreitet die Vorwürfe jedoch vehement. Sein Anwalt erklärte, sein Mandant habe mit der Sache nichts zu tun.

Bisher wurden insgesamt fünf manipulierte Gläser gefunden, bevor sie verzehrt werden konnten. Die Gläser wurden mit einem weißen Aufkleber mit rotem Ring am Boden markiert. Zudem fehlt beim ersten Öffnen das typische „Plopp“-Geräusch, da die Sicherheitsverschlüsse beschädigt wurden.

Die Suche geht weiter

Trotz der Festnahme herrscht im Burgenland noch immer große Anspannung. Wie derStandard berichtet, vermutet die Polizei, dass ein zweites vergiftetes Glas in einer Spar-Filiale in Eisenstadt verkauft wurde. Dieses Glas ist bis heute spurlos verschwunden. Die Polizei hat sogar gezielt Kindergärten und Pflegeeinrichtungen kontaktiert, um eine Katastrophe zu verhindern.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiterhin hartnäckig wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung und versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung. Die betroffenen Hipp-Produkte wurden in der Region großflächig ausgetauscht und werden nun streng kontrolliert, damit Eltern wieder ohne Angst einkaufen können.

Quelle: oe24, ORF, Kurier, ZDF, BR, derStandard

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