Auf Truth Social verkündete US-Präsident Donald Trump Sonntagabend eine humanitäre Initiative mit militärischem Hintergrund: Ab Montagfrüh sollen in der Straße von Hormuz festsitzende Handelsschiffe von US-Streitkräften begleitet und befreit werden.
Trumps Ankündigung auf Truth Social
Wie oe24 berichtet, schrieb Trump in einer ausführlichen Erklärung auf Truth Social, Länder aus aller Welt hätten die USA um Hilfe gebeten — Schiffe aus Staaten, die in keiner Weise in den Nahostkonflikt verwickelt seien, säßen in der gesperrten Meerenge fest. „Zum Wohle des Iran, des Nahen Ostens und der Vereinigten Staaten werden wir ihre Schiffe sicher aus diesen gesperrten Wasserstraßen geleiten“, schrieb Trump. Das Vorhaben trägt den Namen „Project Freedom“ und soll nahöstlicher Zeit ab Montagfrüh anlaufen.
Den Ton seiner Ankündigung wählte Trump bewusst versöhnlich. Die Aktion sei eine „humanitäre Geste im Namen der Vereinigten Staaten, der Länder des Nahen Ostens — aber insbesondere des Irans.“ Gleichzeitig ließ er keinen Zweifel an der Konsequenz bei Störungen: „Sollte dieser humanitäre Prozess in irgendeiner Weise gestört werden, muss dieser Störung leider mit Härte begegnet werden.“
Positive Gesprächssignale — und ein neues Säbelrasseln
Trump machte in seiner Erklärung laut oe24 auch deutlich, dass die Diplomatie parallel weiterläuft: „Mir ist voll und ganz bewusst, dass meine Vertreter sehr positive Gespräche mit dem Iran führen und dass diese Gespräche zu etwas sehr Positivem für alle führen könnten.“ Auf vielen der festsitzenden Schiffe seien die Lebensmittelvorräte knapp — die Befreiungsaktion solle auch „den guten Willen all derer zeigen, die in den vergangenen Monaten so erbittert gekämpft haben.“
Noch während Trump seine Erklärung veröffentlichte, meldete die britische Sicherheitsbehörde UKMTO laut oe24 einen neuen Zwischenfall: Der Kapitän eines nordwärts fahrenden Massengutfrachters habe rund elf Seemeilen westlich der iranischen Stadt Sirik einen Angriff mehrerer kleiner Boote gemeldet. Alle Besatzungsmitglieder seien wohlauf. Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete demgegenüber, ein Schiff sei auf Anordnung der iranischen Marine lediglich zur Dokumentenprüfung gestoppt worden — von einem Angriff war keine Rede.
49 gestoppte Schiffe, eine Meerenge am Limit
Die Straße von Hormuz ist seit Beginn des Iran-Krieges zum gefährlichsten Nadelöhr der Weltschifffahrt geworden. Der Iran hat die Durchfahrt durch Angriffe und Drohungen weitgehend zum Erliegen gebracht, während die USA ihrerseits eine Seeblockade gegen iranische Häfen verhängt haben. Wie das US-Regionalkommando Centcom auf X mitteilte, haben die USA bisher 49 Schiffe gestoppt. Ob „Project Freedom“ tatsächlich eine Deeskalation einleitet — oder nur die nächste Eskalationsstufe vorbereitet — wird sich bereits ab Montagfrüh zeigen.
Credits: APA
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