Zwei Politiker, die unterschiedlicher kaum sein könnten, liegen in der Gunst der Österreicher nah beieinander: FPÖ-Chef Herbert Kickl und SPÖ-Finanzminister Markus Marterbauer. Am anderen Ende des Rankings steht die gesamte Regierungsspitze – mit Vizekanzler Andreas Babler weit abgeschlagen auf dem letzten Platz.
So wurde gefragt
Für das aktuelle Polit-Barometer hat die Lazarsfeld Gesellschaft für oe24 am 21. und 22. September 1.000 Personen befragt. Die Frage lautete, ob die jeweiligen Politiker zuletzt positiv oder negativ aufgefallen sind. Aus beiden Werten ergibt sich ein Saldo.
Kickl an der Spitze – trotz Minus
Wie oe24 berichtet, fiel Kickl 33 Prozent der Befragten positiv und 38 Prozent negativ auf. Das ergibt einen Saldo von minus 5 – mehr negative als positive Nennungen, aber trotzdem der beste Wert aller abgefragten Bundespolitiker.
Marterbauer bester Regierungspolitiker
Dicht dahinter folgt der Finanzminister: Marterbauer kommt auf 24 Prozent positive und 33 Prozent negative Nennungen, ein Saldo von minus 9. Kein anderes Regierungsmitglied schneidet besser ab. Bemerkenswert ist das vor allem, weil Marterbauer als Finanzminister für den Sparkurs zur Budgetsanierung verantwortlich zeichnet – ein Amt, das selten Beliebtheitspunkte bringt. Ein ähnliches Bild hatte bereits das „Heute“-Politbarometer von Unique Research Mitte September gezeigt, in dem Marterbauer den besten Saldo aller Spitzenpolitiker erreichte. In der laufenden SPÖ-Personaldebatte wird er deshalb immer wieder als möglicher Nachfolger Bablers genannt, eigene Ambitionen hat er öffentlich bisher nicht erkennen lassen.
Tanner knapp hinter Marterbauer
Nur Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) kommt mit einem Saldo von minus 10 an Marterbauer heran. Besser als minus 20 schneiden außerdem Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP), Verkehrsminister Peter Hanke und Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (beide SPÖ) ab. Die übrigen Regierungsmitglieder liegen darunter.
Die Koalitionsspitze ganz hinten
Am Ende des Rankings finden sich ausgerechnet die drei Parteichefs der Regierung. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) kommt auf einen Saldo von minus 32, Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) auf minus 33. Weit dahinter liegt Babler: Nur 9 Prozent ist er positiv aufgefallen, 56 Prozent negativ – ein Saldo von minus 47 und damit laut oe24 ein Rekordtief. Schon im „Heute“-Politbarometer hatte Babler mit 53 Prozent negativen Nennungen den schlechtesten Wert erreicht.
Ein Ergebnis mit Brisanz für die SPÖ
Für die SPÖ kommt die Umfrage zu einem heiklen Zeitpunkt. Medienmanager Gerhard Zeiler hat gerade angekündigt, als Parteivorsitzender zur Verfügung zu stehen, Babler will laut APA-Informationen aber nicht freiwillig weichen. Dass ausgerechnet ein Parteikollege Bablers das beste Ergebnis aller Regierungsmitglieder erzielt, dürfte die Debatte um die Führung der Partei weiter anheizen.
Credits: Parlamentsdirektion/Katie-Aileen Dempsey
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