Plan für die Babler-Nachfolge: Marterbauer als Vizekanzler, Winkler als Übergangschef?

Plan für die Babler-Nachfolge: Marterbauer als Vizekanzler, Winkler als Übergangschef?

Kurz vor dem Treffen der SPÖ-Spitzen am Sonntag kursiert in der Partei ein konkretes Szenario für die Zeit nach Andreas Babler. Laut Medienberichten sollen Vizekanzleramt und Parteivorsitz getrennt werden. Die Wunschkandidaten haben allerdings bisher abgewunken – oder sind öffentlich kaum bekannt.

„Gesichtswahrender“ Abgang

Nach oe24-Informationen sind sich die Länder und die Gewerkschaft einig, dass Babler als Parteichef und Vizekanzler gehen soll. Der Rückzug müsse aber „gesichtswahrend“ ablaufen: Babler solle am Ende der Sitzung selbst seinen Rückzug und den Zeitplan dafür verkünden. Ein Landeschef relativierte gegenüber oe24: „Aber solche Sitzungen entwickeln oft eine Eigendynamik. Was am Ende dann wirklich rauskommt, werden wir morgen sehen.“ Offiziell bestätigt hat diese Linie bislang niemand, laut APA schließt Babler aber nicht mehr gänzlich aus, zumindest den Parteivorsitz abzugeben.

Marterbauer als Vizekanzler – aber will er?

Als Vizekanzler wünschen sich die Landesgruppen laut oe24 Finanzminister Markus Marterbauer, „sofern er das will und es gesundheitlich für ihn möglich“ sei. Genau daran hängt es: Marterbauer hatte erst am Freitag in der „ZiB2“ erklärt: „Ich sehe diese Möglichkeit nicht! Meine Priorität ist, gesund zu werden und das Budget zu sanieren!“ Als Alternativen nennt oe24 Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner und Infrastrukturminister Peter Hanke, die aber beide nicht wollen; Holzleitner hatte am Samstag im Ö1-„Mittagsjournal“ ausdrücklich abgesagt, auch für eine Übergangslösung. Babler selbst solle „so rasch wie möglich“ auch als Minister aus der Regierung ausscheiden. Als möglichen Nachfolger im Medien- und Kulturressort bringt oe24 Ex-ORF-Chef Alexander Wrabetz ins Spiel.

Winkler als Übergangslösung

Für den Parteivorsitz kursiert laut oe24 seit Samstag ein neuer Name: Oberösterreichs SPÖ-Chef Martin Winkler könnte die Partei interimistisch übernehmen und einen Parteitag vorbereiten. „Er ist ein Verbinder und kann eigentlich mit allen gut“, zitiert oe24 einen Landeschef. Dazu kommt ein strategisches Argument: In Oberösterreich wird im Herbst 2027 gewählt, als Bundesparteichef hätte Winkler deutlich mehr Medienpräsenz. Die zuletzt genannte Dritte Nationalratspräsidentin Doris Bures soll laut oe24 intern abgewunken haben. Winkler selbst hatte sich zur Führungsfrage bisher nicht öffentlich geäußert und Personalthemen in die Gremien verwiesen.

Parteitag 2027 – und das Zeiler-Problem

Laut dem Plan soll im ersten Quartal 2027 ein Parteitag einen neuen Vorsitzenden und Spitzenkandidaten wählen, die Mehrheit der Länder und die Gewerkschaft favorisiere dafür Marterbauer. Offen ist, was Gerhard Zeiler tut, der an seiner Bewerbung festhält. Das könnte den Fahrplan durchkreuzen: Treten zwei Kandidaten an, müsste laut Statut eine Abstimmung unter den Mitgliedern stattfinden – genau jenes Szenario, das Teile der Partei vermeiden wollen.

Credits: BKA_Christopher Dunker

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