Während sich die SPÖ diese Woche erneut mit internen Grabenkämpfen beschäftigen musste, arbeitet im Hintergrund offenbar ein konkreter Plan für die Ablöse von Parteichef Andreas Babler. Medienmanager Gerhard Zeiler soll dabei schon seit Wochen persönlich durch die Bundesländer touren.
Sechs von neun Bundesländern bereits besucht
Wie die „Krone“ erfuhr, hat Zeiler bereits sechs der neun Bundesländer besucht, um dort mit den jeweiligen SPÖ-Landesspitzen einen möglichen Wechsel an der Parteispitze zu besprechen. Diese Gespräche sollen mittlerweile in einen konkreten Plan gemündet sein, den man im Umfeld des Medienmanagers intern „Operation Roter Oktober“ nennt.
„Wirtschaftskompetenz statt Marxismus“
Auch die inhaltliche Ausrichtung eines möglichen Zeiler-Kurses steht laut Bericht bereits fest: Er gilt in den entsprechenden Kreisen als die passende Antwort auf Babler, zusammengefasst mit der Formel „Wirtschaftskompetenz, statt Marxismus“. Öffentlich gibt sich Zeiler selbst allerdings weiterhin zurückhaltend. Im ORF beantwortete er die Frage, ob er gerne SPÖ-Chef werden würde, lediglich mit: „Sag niemals nie!“
Sein vermeintlicher Trumpf: Brückenbauer ohne Linksdrall
Zeiler wird von seinen Unterstützern vor allem eine Fähigkeit zugetraut, die der Partei aktuell fehlt: die tiefen internen Gräben zu überbrücken, ohne selbst dem linken Flügel zuzurechnen zu sein. Ein roter Spitzenfunktionär bringt das gegenüber der „Krone“ auf den Punkt: „In der Migrationsfrage ist Zeiler auch kein Romantiker, sondern ein harter Realist.“
Das Alter als strategisches Argument
Auch sein Alter von 71 Jahren wird in der Partei nicht als Nachteil, sondern als Vorteil gewertet. Die Überlegung dahinter: Der erfahrene Medienmanager könnte die SPÖ zunächst stabilisieren, um anschließend rechtzeitig Platz für eine jüngere Generation an der Parteispitze zu machen – eine Art Übergangslösung mit klarem Ablaufdatum.
Ob aus der intern geplanten „Operation Roter Oktober“ tatsächlich ein formeller Wechsel an der SPÖ-Spitze wird, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen – zumal Babler selbst bislang keinerlei Rückzugsabsichten erkennen lässt.
Credits: Parlamentsdirektion/Katie-Aileen Dempsey
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