ÖVP erstmals unter 20 Prozent — FPÖ feiert den dritten Rekord in diesem Jahr

ÖVP erstmals unter 20 Prozent — FPÖ feiert den dritten Rekord in diesem Jahr

Am Tag der Budgetrede kommt für die Koalition die vielleicht schmerzhafteste Nachricht nicht aus dem Nationalrat — sondern aus dem Umfrageinstitut.

Erstmals unter 20 Prozent — ein historischer Einbruch

Die Lazarsfeld Gesellschaft hat zwischen dem 1. und 9. Juni 2026 insgesamt 2.000 Personen befragt — die bislang größte Stichprobe dieser Erhebungsreihe, mit einer maximalen Schwankungsbreite von nur 2,2 Prozent. Das Ergebnis für die ÖVP ist ohne Präzedenz: Die Kanzlerpartei fällt laut oe24.at um zwei Punkte auf 18 Prozent — erstmals in ihrer Geschichte unter die 20-Prozent-Marke in einer bundesweiten Umfrage. Die SPÖ liegt ebenfalls bei 18 Prozent. Zwei Regierungsparteien, eine Kanzlerpartei darunter, gleichauf am historischen Boden — das hat es in der Zweiten Republik noch nicht gegeben.

Was den Absturz beschleunigt hat

Bemerkenswert ist der Zeitraum der Erhebung: Die Befragung endete am 9. Juni — also einen Tag vor der Budgetrede. Die eigentlichen Sparmaßnahmen waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig bekannt. Was die Befragten bereits wussten: wochenlanger Koalitionsstreit, der Versuch, die Parteienförderung zu erhöhen, und ein Budget, das sich im Verzug befand. Laut oe24.at hat genau dieser Streit um die Parteiengelder beiden Parteien bereits vor der Rede geschadet. Der Schaden war eingepreist, bevor die Sparnachrichten überhaupt ankamen.

FPÖ: Dreimal Rekord in einem Jahr

Während die Koalition versinkt, feiert die FPÖ. Mit 38 Prozent stellt Herbert Kickls Partei laut oe24.at bereits zum dritten Mal in diesem Jahr ihren eigenen Umfragerekord ein — trotz, oder vielleicht gerade wegen, ihrer reinen Oppositionsrolle. Wer keine Budgets beschließen muss, verliert keine Wähler an Budgets. Das Polster zwischen FPÖ und dem stärksten Regierungspartner beträgt inzwischen 20 Prozentpunkte.

Grüne überholen NEOS deutlich

Im kleineren Segment haben sich die Verhältnisse klar verschoben. Die NEOS kommen auf acht Prozent — einen Punkt unter dem Wahlergebnis. Die Grünen liegen bei zwölf Prozent und haben damit 50 Prozent mehr Zustimmung als ihr Koalitionspartner. Für eine Partei, die seit über einem Jahr in der Opposition sitzt, ist das eine bemerkenswerte Erholung.

35 Mandate weg — wenn jetzt gewählt würde

Was diese Zahlen in parlamentarische Realität übersetzt bedeuten würden, ist ernüchternd. Laut oe24.at kämen ÖVP, SPÖ und NEOS zusammen auf nur 85 Sitze — für eine Mehrheit bräuchten sie 92. Derzeit hält die Koalition 110 Mandate. Das wäre ein rechnerischer Verlust von 35 Mandaten auf einen Schlag — und das vor der eigentlichen Wirkung des Sparpakets im Geldbörsel der Bevölkerung.

Credits: Christopher Dunker, BKA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest
0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x