Österreich kämpft gegen EU-Sojaöl-Verbot: Totschnig bringt Initiative beim Agrarministerrat

Österreich kämpft gegen EU-Sojaöl-Verbot: Totschnig bringt Initiative beim Agrarministerrat

Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) geht in die Offensive: Beim EU-Agrarministerrat am kommenden Dienstag will er eine Initiative gegen die geplante EU-Einstufung von Soja als problematischen Rohstoff einbringen. Österreich als drittgrößter Sojaproduzent der EU sieht seine Bauern in ihrer Existenz bedroht.

Was Brüssel plant – und warum Totschnig aufbegehrt

Die EU-Kommission plant, Soja als Rohstoff mit hohem Risiko für indirekte Landnutzungsänderungen (ILUC) einzustufen. Das würde laut oe24.at unter Berufung auf die Ministeriumsaussendung bedeuten, dass Sojaöl als erneuerbare Energiequelle für Biodiesel faktisch nicht mehr anrechenbar wäre. Totschnig nennt das „völlig inakzeptabel“ und spricht von einem „faktischen Verbot der Nutzung von Sojaöl als erneuerbare Energiequelle.“ Das Problem: Die wirtschaftliche Verarbeitung von Sojabohnen funktioniere nur, wenn sowohl Sojaschrot als Futtermittel als auch Sojaöl für Biodiesel vermarktet werden können.

Österreich drittgrößter Sojaproduzent – Ölmühlen in Not

Wie oe24.at unter Berufung auf die Aussendung des Landwirtschaftsministeriums festhält, ist Österreich mittlerweile drittgrößter Sojaproduzent in der EU – hinter Italien und Frankreich. Die geplante ILUC-Klassifikation würde den heimischen Anbau pauschal mit Abholzung und Umweltbelastungen in Verbindung bringen – obwohl es laut Totschnig keine Belege für diese negativen Auswirkungen bei europäischem Soja gebe. Konkret betroffen wären vor allem die Sojamühlen: Josef Willim, Geschäftsführer der BAG Ölmühle, erklärte laut oe24.at: „Wird dieser Absatzmarkt abgeschnitten, verlieren wir eine wesentliche Existenzgrundlage.“

Landwirtschaftskammer fordert Differenzierung nach Herkunft

Auch Landwirtschaftskammer-Österreich-Präsident Josef Moosbrugger verlangte laut oe24.at eine Unterscheidung je nach Herkunft: Soja werde in der EU und insbesondere in Österreich nach höchsten Qualitäts- und Nachhaltigkeitskriterien angebaut. Die Einstufung durch die EU-Kommission sei deshalb „vollkommen unverständlich.“ Totschnig selbst bringt weitere Argumente für die heimische Sojaproduktion: Sie liefere hochwertige Eiweißfuttermittel, stärke die Lebensmittelversorgung, reduziere Importabhängigkeiten und führe zu besserer Bodenqualität und weniger Düngemittelbedarf.

Credits: APA

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