Österreich bekommt eine Strompreisbremse: So funktioniert die 10-Cent-Garantie

Österreich bekommt eine Strompreisbremse: So funktioniert die 10-Cent-Garantie

Die nächste Energiepreisexplosion soll Haushalte und Betriebe nicht mehr ungeschützt treffen. Die Bundesregierung hat am Mittwoch nach dem Ministerrat einen automatischen Schutzmechanismus beschlossen – und damit ein Versprechen aus dem Koalitionsprogramm eingelöst.

Was der Energiekrisenmechanismus ist

Wie oe24 und heute.at unter Berufung auf das Pressefoyer nach dem Ministerrat berichteten, hat die Dreierkoalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS den sogenannten Energiekrisenmechanismus beschlossen. Das Prinzip ist einfach: Steigen die Energiepreise über definierte Schwellenwerte, springt die Bremse automatisch an – ohne dass die Regierung jedes Mal neu verhandeln muss.

Wann die Bremse greift – und wie stark

Wie oe24 berichtete, wird der Mechanismus ausgelöst, wenn der Arbeitspreis für Haushalte über drei Monate hinweg über 16,5 Cent je Kilowattstunde liegt und gleichzeitig die Großhandelspreise drei Monate lang über 165 Euro pro Megawattstunde bleiben. Sind beide Bedingungen erfüllt, wird der Arbeitspreis für Strom für ein Grundkontingent von 2.900 Kilowattstunden auf 10 Cent pro Kilowattstunde netto gedeckelt. Oberhalb dieser Grenze gilt weiterhin der Marktpreis – damit sollen Sparanreize erhalten bleiben. Wie SPÖ-Staatssekretärin Michaela Schmidt laut oe24 im Pressefoyer betonte, wird der Schutzmechanismus nicht aus Steuergeld finanziert, sondern aus Mehreinnahmen aus dem bestehenden Energiekrisenbeitrag.

Auch Unternehmen profitieren

Wie oe24 berichtete, sollen auch Unternehmen und KMU im Krisenfall einen einheitlichen Zuschuss pro Kilowattstunde erhalten. Darüber hinaus wird ab 2027 ein vergünstigter Industriestrompreis für energieintensive Betriebe eingeführt. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) erklärte laut oe24: „Die Frage der Energiepreise ist eine der match-entscheidenden Fragen für die Haushalte aber auch für die Industrie.“ Laut seinen Angaben sollen rund 400 Unternehmen profitieren, die mindestens eine Gigawattstunde pro Jahr verbrauchen. EU-beihilfenrechtlich können maximal 50 Prozent des energieintensiven Stromverbrauchs gefördert werden – dieser Teil soll bis zur Hälfte gefördert und auf 5 Cent pro Kilowattstunde gedrückt werden.

750 Millionen Euro für Industriestrom

Wie oe24 berichtete, werden für die beiden Industrie-Strommaßnahmen insgesamt 750 Millionen Euro im Budget bereitgestellt – jeweils 250 Millionen Euro pro Jahr für die Jahre 2027 bis 2029. Parallel dazu wird der bestehende Stromkostenausgleich für energieintensive Unternehmen bis 2029 verlängert und ausgeweitet: Statt bisher 60 sollen künftig rund 120 Unternehmen davon profitieren.

Ein Versprechen wird eingelöst

Wie das Parlament Österreich bereits im Jänner 2026 dokumentierte, hatte Vizekanzler Andreas Babler den Energiekrisenmechanismus bereits beim Regierungsantritt als zentrales Vorhaben angekündigt. Dass er nun – nach mehrmonatiger Vorbereitung – tatsächlich beschlossen wurde, wertet die Koalition als Beweis ihrer Handlungsfähigkeit. NEOS-Staatssekretär Josef Schellhorn erklärte laut oe24, man schaffe damit Planbarkeit für die Industrie.

Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x