OECD-Bericht: Österreich verfehlt Klimaziele – bis zu 9,5 Milliarden Euro Strafkosten drohen

OECD-Bericht: Österreich verfehlt Klimaziele – bis zu 9,5 Milliarden Euro Strafkosten drohen

Ein neuer OECD-Bericht stellt Österreich ein schlechtes Klimazeugnis aus – und beziffert die finanziellen Konsequenzen. Wenn das Land seinen Kurs nicht radikal ändert, drohen bis 2040 Strafzahlungen von bis zu 9,5 Milliarden Euro.

22 Prozent weniger – aber 31 Prozent mehr nötig

Wie aus dem am Freitag veröffentlichten OECD-Umweltprüfbericht 2026 hervorgeht, sind die österreichischen Treibhausgasemissionen im Zeitraum 2010 bis 2024 um 22 Prozent gesunken. Das klingt nach Fortschritt – reicht aber bei weitem nicht. Laut oe24.at unter Berufung auf den Bericht ist ausgehend von 2024 bis 2030 ein weiterer Rückgang um 31 Prozent erforderlich, um das verbindliche EU-Ziel im Rahmen der Lastenteilungsverordnung zu erfüllen. Das bedeutet: Das Tempo der Emissionsreduktion müsste sich im Vergleich zu den vergangenen sechs Jahren mehr als verdoppeln.

Als größte Verursacher identifiziert der OECD-Bericht die Industrie mit einem Anteil von 36 Prozent an den Gesamtemissionen sowie den Verkehr mit 29 Prozent. Fossile Brennstoffe machen laut Bericht noch immer rund 60 Prozent der gesamten Energieversorgung aus.

1,6 bis 9,5 Milliarden Euro – je nachdem wie schnell Österreich handelt

Die finanziellen Konsequenzen einer Zielverfehlung sind erheblich. Wie oe24.at unter Berufung auf Expertenberechnungen im OECD-Bericht berichtet, müsste Österreich zum Ausgleich Emissionszuteilungen von jenen EU-Ländern kaufen, die ihre Vorgaben übererfüllen. Für den Zeitraum bis 2030 könnten sich diese Kompensationszahlungen auf 1,6 bis 5,9 Milliarden Euro belaufen. Da die EU-Emissionsziele künftig weiter verschärft werden, könnten die Strafkosten im Jahrzehnt bis 2040 sogar auf bis zu 9,5 Milliarden Euro ansteigen.

Potenzielle Verkäufer solcher Zertifikate wären laut OECD-Bericht vor allem wirtschaftlich schwächere EU-Länder wie Griechenland, Portugal, Tschechien, die Slowakei, Spanien oder Luxemburg – sie profitieren davon, dass die EU-Reduktionsziele primär nach dem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf berechnet werden und für reichere Staaten wie Österreich entsprechend höher ausfallen.

Lob für Strom – Kritik an Subventionen und Flächenfraß

Nicht alles ist negativ. Positiv hervorgehoben wird im OECD-Bericht laut oe24.at der Ausbau erneuerbarer Energien: Sie machen bereits 86 Prozent der österreichischen Stromerzeugung aus. Für die Erreichung der Klimaneutralität fordert die OECD jedoch tiefgreifende Reformen: einen raschen Abbau umweltschädlicher Subventionen, stärkere föderale Zusammenarbeit sowie striktere Maßnahmen gegen den hohen Flächenverbrauch und die Bodenversiegelung.

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