Die österreichische Regierung hat ein Maßnahmenpaket beschlossen, das ab 2027 einen Steuerfreibetrag von bis zu 15.000 Euro jährlich für Pensionisten vorsieht. Ziel ist es, das Arbeiten im Alter attraktiver zu machen und gleichzeitig die Beschäftigung älterer Menschen zu fördern.
Steuerliche Entlastung für Pensionisten
Ab dem 1. Januar 2027 können Pensionisten, die weiterhin arbeiten oder ihre Pension aufschieben, von einem Steuerfreibetrag profitieren. Dieser beträgt 1.250 Euro monatlich und wird direkt von der Steuerbemessungsgrundlage abgezogen. Wie „Der Standard“ berichtet, gilt diese Regelung sowohl für Arbeitnehmer als auch für Selbstständige, vorausgesetzt, sie haben mindestens 40 Versicherungsjahre vorzuweisen.
Abschaffung der Dienstnehmerbeiträge
Zusätzlich sollen ab 2027 die Dienstnehmerbeiträge zur Pensionsversicherung für alle Erwerbstätigen im Regelpensionsalter entfallen. Dies betrifft sowohl Arbeitnehmer als auch Selbstständige, unabhängig davon, ob sie bereits eine Pension beziehen oder nicht. Laut „Die Presse“ wird diese Maßnahme als sozial gerechter angesehen, da sie vor allem kleine und mittlere Pensionen entlastet.
Kritik und Lob
Während die ÖVP-nahe Seniorenorganisation die Verschiebung der Maßnahmen auf 2027 kritisiert, begrüßen andere Parteien wie die SPÖ und die Grünen die Abschaffung der ursprünglich geplanten Flat Tax. Diese hätte eine pauschale Besteuerung von 25 Prozent für Zuverdienste vorgesehen. Laut „Krone“ betonte Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP), dass die neuen Regelungen „mehr Leistungsgerechtigkeit“ schaffen sollen.
Förderung der Beschäftigung älterer Menschen
Ein weiterer Bestandteil des Pakets ist die Förderung der Beschäftigung von Menschen über 60 Jahren. Ab 2027 sollen jährlich 100 Millionen Euro in aktive Arbeitsmarktpolitik investiert werden, um ältere Arbeitnehmer länger im Berufsleben zu halten. Arbeitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) erklärte gegenüber „VOL.AT“, dass es wichtig sei, älteren Menschen echte Chancen zu bieten, ihre Erfahrung und Kompetenz weiterhin einzubringen.
Reform der betrieblichen Altersvorsorge
Neben den steuerlichen Entlastungen plant die Regierung auch eine Reform der betrieblichen Altersvorsorge. Wie „Der Standard“ berichtet, sollen Arbeitnehmer künftig ihre Abfertigungsansprüche einfacher in Pensionskassen übertragen können. Dies soll die zweite Säule des Pensionssystems stärken und langfristig die Altersvorsorge sichern.
Quellen: oe24.at, VOL.AT, Krone, Die Presse, Der Standard
Credits: APA
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