Niessl trifft Voest-Betriebsrat: Gespräch über die Zukunft der Industrie

Niessl trifft Voest-Betriebsrat: Gespräch über die Zukunft der Industrie

Burgenlands Altlandeshauptmann Hans Niessl hat sich in Rust mit AK-Präsident Gerhard Michalitsch sowie dem Vorsitzenden des Arbeiterbetriebsrats der Voest, Albert Maringer, getroffen. Im Mittelpunkt standen die Anliegen der Arbeitnehmer sowie die Zukunft der heimischen Industrie – ein Thema, das angesichts der aktuellen Krise der europäischen Stahlbranche derzeit besonders drängend ist.

Das Treffen im Wortlaut

„Guter Austausch in Rust gemeinsam mit AK-Präsident Gerhard Michalitsch und dem Vorsitzenden des Arbeiterbetriebsrates der Voest, Albert Maringer, der für rund 7000 Beschäftigte spricht. Im Mittelpunkt: die Anliegen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, faire Arbeitsbedingungen, Zukunft der Industrie“, schrieb Niessl auf Facebook. Er bedankte sich für das offene Gespräch und betonte: „Der soziale Zusammenhalt und das Miteinander sind in der Zukunft sehr wichtig.“

Warum das Thema Stahlindustrie gerade brennt

Der Zeitpunkt des Treffens ist kein Zufall: Österreichs größter Stahlkonzern Voestalpine steckt in einer der schwierigsten Phasen seiner jüngeren Geschichte. Bereits im November 2025 kündigte Vorstandschef Herbert Eibensteiner den Abbau von rund 280 Stellen sowie den Einsatz von etwa 60 Leiharbeitskräften an den steirischen Standorten Kindberg und Mürzzuschlag an, zusätzlich wurde der deutsche Standort Birkenfeld geschlossen, wie die „WirtschaftsWoche“ berichtete. Als Gründe nannte Eibensteiner unter anderem US-Zölle von 50 Prozent auf Stahlprodukte, gestiegene Energiekosten sowie einen spürbaren Rückgang der Absatzmengen. Am Standort Mürzzuschlag prüften externe Berater zudem, ob weitere 450 Arbeitsplätze wegfallen müssen, wie das Portal „Trading-Treff“ dokumentierte.

Ein Konzern unter Druck

Die Krise bei Voestalpine steht dabei stellvertretend für die gesamte europäische Stahlbranche, die derzeit mit schwacher Nachfrage, hohen Energiekosten und starkem Konkurrenzdruck aus Asien kämpft. Der Konzern beschäftigt weltweit knapp 50.000 Menschen, der Umsatz sank im ersten Geschäftshalbjahr 2025/26 um 5,6 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro. Eibensteiner forderte in diesem Zusammenhang eine Nachverhandlung der Zoll-Quotenregelung mit den USA und begrüßte angekündigte EU-Schutzmaßnahmen für die europäische Stahlindustrie.

Ein Gespräch mit Symbolwert

Ein ehemaliger Landeshauptmann, der Präsident der Arbeiterkammer und ein Betriebsratsvorsitzender, der Tausende Industriearbeiter vertritt, tauschen sich in einer Phase aus, in der die Zukunft der heimischen Stahlindustrie so unsicher ist wie lange nicht. Ob aus dem Gespräch konkrete politische Initiativen folgen, ließ Niessl in seinem Posting offen.

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x