Trotz laufender Friedensgespräche und geltender Waffenruhe eskaliert der Konflikt zwischen den USA und Iran erneut. Diesmal geht es um Drohnen, einen Luftwaffenangriff – und gegenseitige Warnungen.
Drohnenangriff löst US-Gegenschlag aus
Den Auftakt machte laut dem Wall Street Journal Iran selbst: Demnach feuerten iranische Kräfte vier Drohnen auf amerikanische und zivile Schiffe ab – basierend auf Angaben zweier namentlich nicht genannter US-Beamter. US-Kampfjets schossen die Drohnen demnach ab. Wie CNN unter Berufung auf US-Beamte berichtete, griff anschließend ein Kampfflugzeug vom Typ F/A-18 den Stützpunkt nahe der Stadt Bandar-e Abbas an, von dem aus die Drohnen gestartet worden waren – damit sei der geplante Start einer fünften Drohne verhindert worden.
Kurz vor den US-Medienberichten hatte die iranische Nachrichtenagentur Fars auf Telegram gemeldet, östlich von Bandar-e Abbas seien drei Explosionen zu hören gewesen und die Luftverteidigung sei aktiviert worden. Bandar-e Abbas ist die Hauptstadt der Provinz Hormusgan und eines der wichtigsten militärischen Zentren Irans im Golfraum.
„Rein defensiv“ – aber Iran reagiert
Wie CBS News unter Berufung auf einen US-Beamten berichtete, gilt die seit Anfang April bestehende Waffenruhe im Irankrieg weiterhin. Ein namentlich nicht genannter Regierungsbeamter sagte gegenüber Reuters: „Die Maßnahmen waren maßvoll, rein defensiv und dazu bestimmt, den Waffenstillstand aufrechtzuerhalten.“
Teheran sah das anders. Wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, griffen die Revolutionsgarden daraufhin einen US-Luftwaffenstützpunkt an – ohne nähere Angaben zum Ort. Die Revolutionsgarden warnten zugleich, dass sie im Falle einer Wiederholung „deutlich entschiedener“ antworten würden. Die Verantwortung dafür liege beim „Aggressor“.
Trump: „Nicht zufrieden“ mit Irans Angebot
Der Angriff fällt in eine politisch angespannte Phase. Wie der Spiegel berichtete, zeigte sich US-Präsident Donald Trump bei einer Kabinettssitzung im Weißen Haus offen unzufrieden mit dem Stand der Verhandlungen. Er sei „nicht zufrieden“ mit Irans jüngstem Angebot und stellte klar: Wenn es nicht zu einer Einigung komme, müssten die USA „die Sache einfach zu Ende bringen.“ Gleichzeitig schloss Trump Sanktionserleichterungen für Iran kategorisch aus: „Nein, wir sprechen nicht über irgendeine Lockerung von Sanktionen.“
Iran beharrt auf roten Linien
Von Einlenken ist auf iranischer Seite wenig zu spüren. Wie der Spiegel berichtete, schrieb Ebrahim Azizi, Vorsitzender des Ausschusses für Nationale Sicherheit und Außenpolitik des iranischen Parlaments, auf X, man werde sich durch Trumps Rhetorik nicht von seinen „roten Linien“ abbringen lassen. Diese umfassen das Recht auf Urananreicherung, die Kontrolle über die Straße von Hormus sowie die Aufhebung der US-Sanktionen. Azizi über Trump: „Offensichtlich sucht Trump nach einem Ausweg aus dieser strategischen Sackgasse und wechselt dabei zwischen Drohungen und Appellen zu einer Einigung.“
Hormus: Das Nadelöhr bleibt umkämpft
Im Zentrum des Konflikts steht weiterhin die Straße von Hormus. Wie der Spiegel berichtete, kam der Schiffsverkehr durch die Meerenge nach Kriegsbeginn weitgehend zum Erliegen – Iran blockierte, die Energiepreise schnellten weltweit nach oben, die USA blockierten daraufhin iranische Häfen. Trump betonte in der Kabinettssitzung, niemand werde die Straße von Hormus kontrollieren – und die USA würden darauf achten.
Credits: APA
Neueste Kommentare