NEOS-Masterplan für den ORF: Breitenecker soll Chef werden – mit Puls4-Mannschaft im Gepäck

NEOS-Masterplan für den ORF: Breitenecker soll Chef werden – mit Puls4-Mannschaft im Gepäck

Wer ab 2027 den ORF führt, ist eine der heißesten Machtfragen in der österreichischen Medienpolitik. Und die NEOS haben dazu offenbar einen fertigen Plan – inklusive Personalliste.

Breitenecker: Ex-Puls4-Chef mit NEOS-Rückenwind

Wie oe24 berichtete, haben sich die NEOS koalitionsintern bereits klar für Markus Breitenecker als Wunschkandidaten für den ORF-Generaldirektorsposten ausgesprochen. Breitenecker – ehemaliger Puls4-Gründer und früherer Vorstand des deutschen Medienkonzerns ProSiebenSat.1 – hat enge Kontakte zur NEOS-Spitze. Wie oe24 berichtete, stand er vor Bekanntgabe seiner Kandidatur in engem Austausch mit Parteichefin Beate Meinl-Reisinger. Hinter den Kulissen sollen auch NEOS-Großspender Hans Peter Haselsteiner und Unternehmer Stephan Zöchling seine ORF-Ambitionen aktiv unterstützen. Breitenecker selbst kündigte seine Kandidatur laut newsroom.de via LinkedIn-Video an und positionierte sich für einen „souveränen und starken ORF.“

Bewerbungsfrist läuft – Stiftungsrat entscheidet im August

Wie internetworld.at berichtete, ist die Bewerbungsfrist für die ORF-Generaldirektion ab 2027 am 28. Mai abgelaufen. Offiziell im Rennen sind neben Breitenecker auch die langjährige ORF-Managerin Lisa Totzauer und Unternehmensberaterin Eva Schütz. Als Favorit gilt laut horizont.at APA-Chef Clemens Pig, der von ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti offen unterstützt wird. Ein öffentliches Hearing vor Stiftungs- und Publikumsräten ist für 8. Juni angesetzt, die eigentliche Wahl im Stiftungsrat für 11. August 2026.

Die Personalliste: Eine Puls4-Partie soll den ORF übernehmen

Besonders brisant ist laut oe24 die parteiintern kursierende Personalliste für ein mögliches „Kabinett Breitenecker“. Demnach wäre Puls4-Infochefin Corinna Milborn als Infodirektorin vorgesehen. Da Koalitionsinsider es für „ziemlich ausgeschlossen“ halten, dass ÖVP und SPÖ den NEOS eine eigene Infodirektion zugestehen, wäre eine Alternative, dass Milborn unter Breitenecker eine von drei Chefredakteurspositionen übernimmt – je eine ginge dann an ÖVP und SPÖ. Ebenfalls auf dem NEOS-Ticket soll laut oe24 die aktuelle Programmchefin Stefanie Groiss-Horowitz sitzen, langjährige Puls4-Verantwortliche mit engen Kontakten zu Breitenecker. Als kaufmännischer Direktor wird Breitenecker-Vertrauter Michael Stix ins Spiel gebracht, derzeit Verkaufschef bei ProSiebenSat.1 in Deutschland. Im Stiftungsrat selbst zieht laut oe24 der langjährige Puls4-Anwalt Markus Boesch die Fäden.

Auch ÖVP-Netzwerke lobbyieren für Breitenecker

Unterstützung kommt nicht nur von den NEOS. Wie oe24 berichtete, setzen sich in der ÖVP auch Ex-Kanzler-Gattin Kathi Nehammer – jahrelang Breitenecker-Mitarbeiterin – sowie Teile des Kurz-Lagers rund um Ex-Medienminister Gernot Blümel für den Privatmedienmanager ein. Wie news.at analysierte, entspricht Breitenecker dem von ÖVP-General Marchetti und Kanzler Stocker mehrfach geäußerten Wunsch nach einer externen Besetzung des ORF-Chefpostens.

Wer am Ende die Mehrheit im Stiftungsrat hinter sich vereinen kann, bleibt offen. Fix ist: Der Machtkampf um Österreichs wichtigstes Medienhaus hat längst begonnen.

Credits: APA

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