Die neueste Lazarsfeld-Umfrage (2.000 Befragte, 16.–24. März 2026, max. Schwankung 2,2 Prozent) ist für die NEOS alles andere als ein gutes Zeugnis. Nur noch 7 Prozent stehen zu Buche – zwei volle Prozentpunkte unter ihrem ohnehin schon mageren Wahlergebnis vom September 2024, als sie mit 9,1 Prozent ins Rennen gegangen waren. Die Grünen haben die NEOS inzwischen klar überholt und liegen mit 11 Prozent vier Punkte vor ihnen.
Wie politpro.eu in seiner institutsübergreifenden Wahltrend-Analyse zeigt, stagnieren die NEOS seit Monaten zwischen 7 und 8 Prozent – ein Niveau, das für eine Partei in der Regierungsverantwortung verheerend ist. Vor dem Regierungseintritt lagen sie in Umfragen zumeist zwischen 10 und 14 Prozent.
Regieren kostet Profil – und Stimmen
Der Grund für den Absturz ist kein Geheimnis: Mit dem Eintritt in die Ampelkoalition unter Kanzler Christian Stocker haben die NEOS an liberalem Erkennungswert verloren. Wie exxtra24.at in einer Analyse festhält, war der erste große Knackpunkt die Zustimmung der NEOS-Fraktion zur Messenger-Überwachung im Sommer 2025 – gegen die ausgerechnet zwei ihrer prominentesten Abgeordneten, Nikolaus Scherak und Stephanie Krisper, in der eigenen Partei aufbegehrten. Krisper zog im Herbst 2025 die Konsequenz und legte ihr Mandat nieder.
Scherak: Die Gegenstimme aus den eigenen Reihen
Und nun der nächste innerpinke Konflikt: Bei der Abstimmung über die Spritpreisbremse am 25. März 2026 war es wieder Nikolaus Scherak, der ausscherte. Wie exxpress.at berichtet, verließ Scherak vor der Abstimmung den Sitzungssaal – als einziger NEOS-Abgeordneter verweigerte er dem Paket die Gefolgschaft. Die restlichen 17 NEOS-Mandatare stimmten zu, wenn auch ohne Begeisterung. NEOS-Frauensprecherin Karin Doppelbauer ließ laut Parlamentskorrespondenz wissen, sie werde einen solchen Markteingriff als Liberale nicht „feiern“ – aber er sei angesichts der Preislage notwendig.
Scherak hingegen sieht das fundamental anders. Agenda-Austria-Chef Franz Schellhorn lobte ihn auf X mit den Worten, man könne froh sein, dass es noch Politiker gebe, die einem solchen „regulatorischen Irrsinn“ die Zustimmung verweigern. Auf X kursierte der Spott: „NEOS-Parlamentsklub: 1 Liberaler, 17 angeblich Liberale.“
Zwischen Koalitionszwang und liberalem Kern
Das Muster wiederholt sich: Scherak ist der letzte, der öffentlich den Finger in die Wunde legt. Ein Mandatar allein macht noch keine liberale Partei – aber seine Gegenstimmen zeigen, welche Spannung in der Fraktion herrscht. Für die Wählerschaft der NEOS war die Partei einst das Gegenmodell zum staatlichen Reflex. In der Regierung hat sie dieses Profil weitgehend eingebüßt – und die Umfragen spiegeln das gnadenlos wider.
Quellen:
- oe24.at: Umfrage – Grüne legen zu und hängen die NEOS ab, 26. März 2026 (Lazarsfeld-Umfrage, 16.–24. März 2026, n=2.000)
- exxpress.at: Spritpreisbremse – NEOS-Mann Scherak sagt Nein, 26. März 2026
- exxtra24.at: Die pinke Ernüchterung – Was von den NEOS-Versprechen blieb, Februar 2026
- politpro.eu: Wahlumfragen Österreich – Sonntagsfragen & Wahltrend 2026
- Parlament Österreich (parlament.gv.at): Parlamentskorrespondenz zur Spritpreisbremse, 25. März 2026
Credits: APA
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