Nach Luftangriffen auf den Iran: Regime will mit Terror und Hinrichtungen Stärke zeigen

Nach Luftangriffen auf den Iran: Regime will mit Terror und Hinrichtungen Stärke zeigen

Von Teheran bis Hamedan greifen die Mullahs im Iran nach den jüngsten Angriffen Israels und der USA zu drakonischen Maßnahmen im Inneren. Nach dem Ende der Bombardements terrorisiert das Regime die Bevölkerung mit brutaler Repression, es soll zahlreiche Hinrichtungen geben.

Als das Bombardement durch die israelische Luftwaffe und US-Streitkräfte eingestellt war, kehrte im Iran keineswegs Ruhe ein. Stattdessen reagierten die politischen und religiösen Machthaber mit einer beispiellosen inneren Offensive: Straßenkontrollen, Verhaftungen, Hausdurchsuchungen – und es gab mehrere Hinrichtungen. Die Islamische Republik zeigt sich nach außen ungebrochen, nach innen jedoch zunehmend autoritär, berichtet aktuell das Wall Street Journal.

In einer zwölf Tage andauernden Luftoffensive wurden gezielt militärische und nukleare Einrichtungen in Iran attackiert. Auch prominente Vertreter der Revolutionsgarden wurden zum Ziel. Der Angriff offenbarte massive Sicherheitslücken und traf das Regime ins Mark. Nun soll offenbar eine harte innenpolitische Linie verlorenes Vertrauen wiederherstellen.

Mehr als 1000 Menschen seien in den letzten zwei Wochen verhaftet worden – viele unter dem Vorwurf, mit Israel kollaboriert oder Informationen weitergegeben zu haben, meldet Amnesty International. Im ganzen Land errichteten Sicherheitskräfte Kontrollpunkte, besonders in Teheran. Autos, Telefone und sogar Laptops werden durchsucht. Die Polizei patrouilliert mit paramilitärischer Ausrüstung. Allein in der westiranischen Stadt Hamedan wurden laut staatlichen Medien 24 mutmaßliche „Spione“ festgenommen, die angeblich Fotos und Videos an ausländische Geheimdienste weitergeleitet haben sollen.

Auch Hinrichtungen blieben nicht aus: Mindestens sechs Männer seien in einem beschleunigten Verfahren exekutiert worden. Rechtsstaatliche Mindeststandards wurden dabei offenkundig missachtet.

Rückkehr der Sittenpolizei

Nicht nur Spionage wird verfolgt – auch die strenge islamische Ordnung wird wieder rigoros durchgesetzt. Frauen berichten von wiederauflebenden Kontrollen durch die sogenannte „Sittenpolizei“. Eine 44-jährige Teheranerin sagte, sie sei auf offener Straße wegen durchscheinender Socken angehalten und befragt worden. Die Rückkehr der Sittenpolizei verstärkt die Atmosphäre der Einschüchterung.

Nobelpreisträgerin schlägt Alarm

„Die Lage für die Menschen in Iran ist jetzt gefährlicher als je zuvor“, warnt die Menschenrechtsaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi. Das Regime nutze den Ausnahmezustand, um sich noch weiter zu radikalisieren und Kritiker systematisch auszuschalten.

Auch die staatlich kontrollierten Medien unterstützen die Repression: Sie verbreiten täglich Berichte über angeblich vereitelte Sabotageakte, beschlagnahmte Waffen und neue Spionagefälle. Die Bevölkerung wird offen dazu aufgerufen, auffälliges Verhalten bei Nachbarn zu melden – etwa häufige Ortswechsel, geschlossene Vorhänge oder metallische Geräusche in Wohnungen.

Nach Berichten über seinen Tod tauchte Esmail Qaani, Kommandeur der Elitetruppe Quds, kurz nach dem Waffenstillstand bei einer regimetreuen Kundgebung auf – mit schwarzem Barett und umringt von jubelnden Anhängern. Auch Irans oberster Führer, Ayatollah Ali Khamenei, meldete sich erstmals seit Beginn der Angriffe zu Wort. In einer Fernsehansprache spielte er die Schäden herunter und behauptete, „die Islamische Republik habe gesiegt und Amerika einen Schlag ins Gesicht versetzt“.

Während das Regime nach innen Härte demonstriert, versucht es gleichzeitig, seine wirtschaftlichen Interessen zu sichern. Kurz nach Beginn der Angriffe verlegte der Iran mehrere Millionen Barrel Öl von der Exportinsel Kharg nach Südostasien – offenbar, um mögliche Schäden an der Infrastruktur zu umgehen. Auch mehrere Regierungsflugzeuge, darunter der Präsidenten-Airbus, wurden ins omanische Maskat ausgeflogen, an Bord waren offenbar keine Passagiere, sondern Bargeld und Luxusgüter.

Der Schaden des Angriffs ist jedenfalls enorm: Laut dem Gesundheitsministerium wurden über 600 Menschen getötet, fast 5000 verletzt. Viele Bewohner Teherans berichten von schlaflosen Nächten auf Balkonen, von Explosionen und Bränden, die den Himmel über der Hauptstadt erleuchteten. Besonders betroffen waren wohlhabende Viertel im Norden der Stadt, dort leben Nuklearwissenschaftler und hohe Offiziere.

Nun versuchen die Menschen, zur Normalität zurückzukehren – unter ständiger Beobachtung. Die Internetverbindung wurde nach mehr als einer Woche wiederhergestellt, doch die Angst bleibt. Messaging-Dienste wie WhatsApp werden gemieden, aus Furcht vor Überwachung.

Credit. APA

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