Der Tag nach der großen FPÖ-Geburtstagsfeier brachte eine Welle parteipolitischer Kritik. Der Auftritt internationaler Rechtsaußen-Gäste und Kickls Anspruch auf die „Volkskanzlerschaft“ sorgen für Gegenreaktionen aus mehreren politischen Lagern.
SPÖ: „Inszenierung als Verfassungsschutz – Feiern mit Europas Rechtsaußen“
SP-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim nahm Kickls Selbstdarstellung als „wahren Verfassungsschutz“ ins Visier, wie SN.at unter Berufung auf eine Aussendung berichtet. Während sich Kickl so inszeniere, feiere er gleichzeitig gemeinsam mit Europas Rechtsaußen-Parteien wie der AfD rund um Alice Weidel und Tino Chrupalla oder dem früheren ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán. Der implizite Widerspruch zwischen dem Selbstbild als Verfassungsschützer und der Freundschaft mit Parteien, die demokratische Institutionen unter Druck setzen, sei für Seltenheim das eigentliche Statement des Wochenendes.
Gewessler: „Grundfesten der Demokratie einreißen“
Grünen-Chefin Leonore Gewessler schloss sich dieser Linie an. Kickl wolle die Grundfesten der liberalen Demokratie einreißen, erklärte sie laut SN.at in einer Aussendung. Dazu passe, dass er sich von Orbán und dem niederländischen Politiker Geert Wilders beklatschen lasse, die offen demokratische Institutionen angriffen und europäische Zusammenarbeit torpedierten.
ÖVP: „Samba sí, Arbeit no“
Den wohl ungewöhnlichsten Seitenhieb lieferte die ÖVP. Generalsekretär Nico Marchetti befand, dass die „Kickl-FPÖ“ es sich lieber auf der Oppositionsbank gemütlich mache statt konstruktiv mitzuarbeiten, wie SN.at berichtet – frei nach dem Motto „Samba sí, Arbeit no“, in Anlehnung an den Roberto-Blanco-Schlager, den der Schlagersänger beim FPÖ-Volksfest am Wiener Stephansplatz performt hatte.
Was am Wochenende stattfand
Zur Erinnerung: Am Samstag hatte die FPÖ zunächst mit einem Festakt in der Hofburg ihr 70-jähriges Bestehen gefeiert, zu dem neben dem internationalen Rechtsaußen-Spektrum auch FPÖ-Spitzen früherer Generationen – darunter Ex-Parteichef Herbert Haupt – angereist waren. Im Anschluss fand am Wiener Stephansplatz ein mehrstündiges Volksfest statt, auf dem Kickl seinen Kanzlerplan für die nächste Nationalratswahl ankündigte.
Credits: Parlamentsdirektion / Thomas Topf
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