Die Ratingagentur Moody’s hat zugeschlagen – und Österreichs Finanzlage einen Dämpfer verpasst. Der Ausblick wurde von „stabil“ auf „negativ“ herabgestuft, während das Rating „Aa1“ bestehen bleibt. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) zeigt sich wenig überrascht, doch die Gründe für diese Entscheidung werfen Fragen auf.
Finanzkraft im Sinkflug?
Wie Moody’s erklärt, sei die „anhaltende und erhebliche Schwächung der Finanzkraft“ Österreichs ein zentraler Grund für die Herabstufung. Die Wirksamkeit der Finanzpolitik sei geringer als erwartet, was die Agentur zu diesem Schritt veranlasste. Besonders alarmierend: Die Staatsverschuldung könnte bis 2030 auf satte 88,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) steigen – ein historischer Höchststand! Zum Vergleich: Noch im Februar ging Moody’s von 83 Prozent aus.
„Die alterungsbedingten Ausgaben und Zinskosten könnten höher ausfallen als gedacht“, warnt Moody’s weiter. Auch die geplante Verdopplung der Verteidigungsausgaben von einem auf zwei Prozent des BIP bis 2032 könnte die finanzielle Lage belasten.
Marterbauer bleibt optimistisch
Finanzminister Marterbauer versucht, die Wogen zu glätten. Auf der Social-Media-Plattform Bluesky erklärte er: „Mit den beschlossenen Budgetsanierungspaketen bringen wir Österreich wieder auf Kurs.“ Zudem verwies er auf das kürzlich bestätigte „AA+“-Rating der Agentur S&P mit stabilem Ausblick. „Ich bin zuversichtlich, dass uns die Budgetsanierung gelingt. Dann werden sich auch die Ratings wieder verbessern“, so Marterbauer.
Wirtschaft im Schneckentempo
Doch nicht nur die Schulden bereiten Sorgen. Österreichs Wirtschaftswachstum bleibt schwach. Für 2025 prognostiziert Moody’s ein mageres Plus von 0,2 Prozent. Nach zwei Jahren Rezession soll es 2026 immerhin um ein Prozent bergauf gehen. Dennoch: Die geopolitischen Risiken und die moderate Anfälligkeit der Wirtschaft bleiben laut Moody’s ein Problem.
Ein Blick in die Zukunft
Die demografische Entwicklung könnte Österreich zusätzlich belasten. Zwar steigt die Erwerbsquote älterer Arbeitnehmer und die Nettozuwanderung liegt bei 0,6 Prozent der Gesamtbevölkerung, doch die alternde Gesellschaft stellt eine Herausforderung dar. Die Zinszahlungen werden im Verhältnis zu den Einnahmen von 2,9 Prozent im Vorjahr auf 3,4 Prozent steigen.
Credits: APA
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