Maschmeyer rechnet bei „Maischberger“ mit Merz ab

Maschmeyer rechnet bei „Maischberger“ mit Merz ab

Ein früherer Großspender der CDU sorgt für ordentlich Wirbel: Unternehmer Carsten Maschmeyer forderte in der ARD-Talksendung „Maischberger“ unumwunden den Rücktritt von Bundeskanzler Friedrich Merz – nur wenige Tage nach dem historischen Wahldebakel der CDU in Sachsen-Anhalt.

„Er muss weg“

Die Ausgangslage könnte für die Union kaum unangenehmer sein: Am 6. September hatte die AfD die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit 43,8 Prozent klar gewonnen, während die CDU auf 17,2 Prozent abstürzte – eines ihrer schlechtesten Ergebnisse im Bundesland seit Jahrzehnten. Für Merz wird das Debakel damit nicht nur zu einem Problem der Landespartei, sondern zu einer persönlichen Führungsfrage. Genau hier setzte Maschmeyer in der Dienstagabend-Ausgabe der Sendung an: „Merz hat es voll vergeigt. Er muss weg. Er muss zurücktreten.“

Vorwurf des Ego-Trips

Besonders bemerkenswert an Maschmeyers Abrechnung ist die Deutung von Merz‘ Motivation im Amt. Der Unternehmer, der die CDU Anfang 2025 noch mit einer Großspende unterstützt hatte, wird deutlich: „Es zeigt sich jetzt, er wollte aus einem falschen Grund Kanzler werden. Das war Ego und Merkel zeigen, ich bin jetzt Kanzler.“ Auch beim Führungsstil des Kanzlers lässt Maschmeyer kein gutes Haar: „Er nimmt die Menschen nicht emotional mit. Er ist unnahbar, belehrend, ein Besserwisser.“ Von allen, die mit Merz zu tun hätten, höre er zudem, dieser sei „arrogant“.

„Er hat als Führungskraft völlig versagt“

Noch grundsätzlicher wird die Kritik, wenn es um die politische Bilanz des Kanzlers geht. Maschmeyer wirft Merz vor, weder die eigene Partei noch die Koalition im Griff zu haben und eigene Ankündigungen nicht einhalten zu können. Sein Fazit: „Er hat nicht die AfD halbiert, sondern die CDU. Er hat historisch schlechte Zustimmungswerte.“ Im nautischen Bild bleibend, wirft er Merz vor, „das Schiff falsch gesteuert“ zu haben – der Kanzler müsse „von der Kommandobrücke runter“. Seine Prognose fällt dabei kompromisslos aus: Merz werde zum Rücktritt „auch gezwungen“ werden.

Wüst, Günther oder Söder als Alternativen

Wer Merz seiner Ansicht nach ersetzen könnte, ließ Maschmeyer ebenfalls nicht offen. Als mögliche Nachfolger nannte er mehrere Ministerpräsidenten und Unionslandesvorsitzende – Hendrik Wüst, Daniel Günther und Markus Söder seien aus seiner Sicht „tolle Offiziere auf dem Schiff“.

Ob Maschmeyers scharfe öffentliche Kritik innerhalb der CDU tatsächlich Gehör findet, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen – insbesondere mit Blick auf die anstehenden Beratungen der Partei nach dem Wahldebakel.

Credits: Steffen Prößdorf, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=151722057

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