Lueger-Denkmal in Traiskirchen beschädigt: Staatsschutz ermittelt

Lueger-Denkmal in Traiskirchen beschädigt: Staatsschutz ermittelt

Das Karl-Lueger-Denkmal ist während seiner Umgestaltungsphase Ziel einer Sachbeschädigung geworden. Unbekannte Täter brachen in eine Werkhalle in Traiskirchen ein und beschädigten die historische Bronzefigur schwer. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Einbruch in Steinmetzbetrieb zwischen 13. und 18. Mai

Wie oe24.at unter Berufung auf die Polizei berichtet, ereignete sich der Vorfall zwischen dem 13. und 18. Mai 2026 bei einem Steinmetzbetrieb in Traiskirchen im Bezirk Baden. Dort wurde das Denkmal im Rahmen von Restaurierungs- und Reinigungsarbeiten zwischengelagert. Die unbekannten Täter brachen in die Werkhalle ein und beschädigten die Bronzefigur schwer. Details zum konkreten Ausmaß des Schadens gab die Polizei zunächst nicht bekannt. Hinweise auf die Täter liegen laut Polizeisprecher bisher nicht vor. Das Landesamt Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LVT) hat die Ermittlungen aufgenommen.

Hintergrund: Umgestaltung und Kontextualisierung

Das Denkmal des wegen seines Antisemitismus historisch umstrittenen früheren Wiener Bürgermeisters Karl Lueger (1844–1910) wurde Ende Jänner 2026 von seinem angestammten Platz an der Wiener Ringstraße abgebaut. Wie oe24.at berichtet, soll es im Rahmen des Konzepts des Künstlers Klemens Wihlidal mit einer Neigung von 3,5 Grad bis zum Sommer wieder aufgestellt werden – als künstlerische Kontextualisierung seiner historisch belasteten Biografie.

ÖVP und FPÖ verurteilen Tat – mit unterschiedlichem Fokus

Die politischen Reaktionen folgten prompt. Die ÖVP verurteilte in einer Aussendung die Sachbeschädigung „aufs Schärfste“ und bezeichnete den Vandalismus als „offenbar linksextrem motivierten Angriff auf die Lueger-Statue“. Gemeinderätin Caroline Hungerländer wurde zitiert: „Wer zu Zerstörung greift, anstatt sich sachlich mit Themen auseinanderzusetzen, leistet keinen Beitrag zur Erinnerungskultur, sondern untergräbt sie.“

Die FPÖ sprach laut oe24.at von der „mittlerweile offen kriminellen Dimension“ linksradikaler Vorfälle und erklärte: „Wenn für solche Aktionen sogar in Lagerhallen eingebrochen wird, dann sprechen wir längst nicht mehr von irgendwelchen Kavaliersdelikten, sondern von schwerer Sachbeschädigung und krimineller Energie.“ Gleichzeitig übte die FPÖ Kritik an der „gesamten Vorgehensweise rund um das Lueger-Denkmal“ und den damit verbundenen Kosten.

Credits: APA

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