Ludwig als Ramadan-Posterboy: Riesen-Wirbel um Kalender-Geschenk der SPÖ

Ludwig als Ramadan-Posterboy: Riesen-Wirbel um Kalender-Geschenk der SPÖ

Während die Diskussion um das abgelehnte Sobieski-Denkmal noch heiß läuft, sorgt die Wiener SPÖ für den nächsten Aufreger. Bürgermeister Michael Ludwig lächelt jetzt von einem eigenen Ramadan-Kalender.

Es ist ein Bild, das derzeit in den sozialen Netzwerken für hitzige Debatten sorgt: Ein Kalender für den islamischen Fastenmonat Ramadan, geschmückt nicht etwa mit religiösen Symbolen allein, sondern prominent mit dem Konterfei des Wiener Bürgermeisters Michael Ludwig. Wie der Exxpress berichtet, präsentierte SPÖ-Gemeinderat Omar Al-Rawi das Werk stolz auf Facebook. „Auch heuer gibt es wieder einen schönen Ramadankalender von Bürgermeister Dr. Michael Ludwig“, verkündete der Mandatar und wünschte einen gesegneten Fastenmonat.

Kritik an Symbolpolitik

Die Aktion stößt jedoch nicht überall auf Gegenliebe. Kritische Stimmen werfen der Stadtpartei unverhohlene Klientelpolitik vor. Der Vorwurf wiegt schwer: Werde hier religiöses Brauchtum für Wahlkampfzwecke instrumentalisiert? In politischen Kreisen wird die Frage aufgeworfen, ob muslimischen Traditionen im Rathaus mittlerweile eine höhere Priorität eingeräumt wird als anderen historischen Gedenk-Anlässen.

Besonders brisant wirkt die Verteilaktion vor dem Hintergrund der jüngsten Debatten. Erst vor kurzem hatte die SPÖ ein Denkmal für Jan III. Sobieski, den Befreier Wiens bei der Türkenbelagerung 1683, als „islamfeindlich“ abgelehnt. Dass nun im Gegenzug der Bürgermeister persönlich den Ramadan visuell begleitet, sorgt bei der politischen Konkurrenz für Kopfschütteln.

FPÖ ortet „Indoktrinierung“

Der Kalender des Stadtchefs ist dabei nicht der einzige Fall, der die Gemüter erhitzt. Wie weitere Recherchen des Exxpress zeigen, gibt es auch Aufregung in einem Betriebskindergarten des Bundeskanzleramts, der von den „Kinderfreunden“ betrieben wird. Dort sorgte ein Ramadan-Kalender für Verwirrung bei Eltern und Kindern.

Die FPÖ reagierte scharf auf die Vorfälle. Klubobmann Maximilian Krauss sprach im Zusammenhang mit dem Kindergarten-Fall von einer „Ramadan-Indoktrinierung“ und forderte lückenlose Aufklärung. Auch FPÖ-Familiensprecherin Ricarda Berger übte harsche Kritik und sah darin einen Beweis für eine fortschreitende Islamisierung. Die SPÖ hingegen sieht in den Aktionen offenbar eine Geste der Inklusion und des Respekts gegenüber der muslimischen Community in Wien.

Die Diskussion darüber, wie viel Platz religiöse Symbolik in der städtischen Repräsentation und in öffentlichen Einrichtungen einnehmen darf, ist damit um ein Kapitel reicher. Ob der Bürgermeister-Kalender tatsächlich als bloße freundliche Geste oder als kalkuliertes politisches Manöver zu werten ist, bleibt Zündstoff für die kommenden Wochen.

Quellen: Exxpress
Credits: APA

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